"Wir wollen allen Helfern Danke sagen!"

20 Jahre Hünfelder Tafel: Feierstunde würdigt das Ehrenamt

Drei, die sich über das Ehrenamt freuen: Benjamin Tschesnok, Ute Janzen, Stefan Bott
Fotos: Marvin Hucke

22.08.2026 / HÜNFELD - Ein Jubiläum, das vor allem den Menschen hinter dem Angebot gilt: Mit einer Feierstunde hat die Hünfelder Tafel ihr 20-jähriges Bestehen begangen. Gegründet im Jahr 2006 und getragen vom DRK, versorgt sie heute annähernd 300 Familien in der Region. Im Mittelpunkt des Abends standen die rund 100 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer – darunter drei Helfer, die von der ersten Stunde an dabei sind.



"Ohne Ehrenamt wäre das nicht möglich"

Benjamin Tschesnok, Bürgermeister der Stadt Hünfeld und Präsident des DRK-Kreisverbands, machte gleich zu Beginn deutlich, worum es an diesem Abend gehen sollte. "20 Jahre sind ein guter Zeitraum, um zurückzublicken – und vor allem, um den vielen ehrenamtlichen Helfern Danke zu sagen, ohne die ein solches Angebot für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger gar nicht möglich wäre."

Die Zahlen, die er nannte, sprechen für sich: Annähernd 100 Helferinnen und Helfer halten das Angebot an drei Tagen in der Woche aufrecht und versorgen damit derzeit 286 Familien. "Wenn man die 20 Jahre zusammenrechnet, kommt eine Vielzahl von Menschen zusammen – Menschen, denen geholfen wurde, aber eben auch Menschen, die geholfen haben. Das ist das Besondere."

Drei Ehrungen für zwei Jahrzehnte Einsatz

Einen besonderen Moment bildete die Ehrung von drei Helferinnen und Helfern, die seit der Gründung vor 20 Jahren ununterbrochen für die Hünfelder Tafel im Einsatz sind. "Diese Personen wollen wir heute besonders in den Mittelpunkt stellen und ihnen ausdrücklich für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement danken", so Tschesnok. Da eine der Geehrten erkrankt war, nahm ihr Ehemann die Auszeichnung stellvertretend entgegen.

Neben der Begrüßung und einem kurzen Rückblick sprachen bei der Feierstunde die Leiterin der Wohlfahrts- und Sozialpflege, Ute Janzen, sowie Rudolf Köhl als Leiter der Arbeitsgemeinschaft Hünfelder Tafel. Im Anschluss ging der Abend in einen gemütlichen Teil über – mit etwas Leckerem zum Essen. "Auch das gehört dazu, dem Ehrenamt Danke zu sagen: dass man hier einmal schön zusammensitzt", so Tschesnok.

Ehrenamt weit über die Tafel hinaus

Der DRK-Kreisverbands-Präsident nutzte den Anlass, um den Blick zu weiten. Beeindruckend sei, wie viele Menschen sich beim DRK für andere einbringen – nicht nur in der Tafel, sondern ebenso in der Sozialarbeit, im Kleiderladen oder im Bereich der Bürger- und Sozialbusse. "Es sind Hünfelder Bürgerinnen und Bürger und Menschen darüber hinaus, die mehr tun, als ihre eigentliche Pflicht wäre. Das ist das Großartige." Genau deshalb brauche es solche Abende, um das ehrenamtliche Wirken immer wieder sichtbar zu machen.

Der Bedarf: Hochphase überstanden, Angebot ausgeweitet

Zur Entwicklung der Nachfrage zog Tschesnok eine differenzierte Bilanz. Aktuell verzeichne man wieder einen leichten Rückgang bei den versorgten Bedarfsgemeinschaften. Eine deutliche Hochphase habe es 2022 gegeben, was mit den aus der Ukraine geflüchteten Menschen zusammenhing. "Da hatten wir noch einmal einen starken Anstieg – inzwischen befinden wir uns eher in einer Konsolidierung."

Als Reaktion auf den gestiegenen Andrang hatte die Tafel vor rund zwei Jahren von zwei auf drei Öffnungstage aufgestockt. An diesem erweiterten Angebot wird auch weiterhin festgehalten, um dem Bedarf gerecht zu werden.

Dank an Förderer, Spender und Einzelhändler

Eine Botschaft war Tschesnok zum Abschluss besonders wichtig: der Dank an all jene, die das Angebot überhaupt erst ermöglichen. Zum einen gelte dieser den Förderern und Spendern – stellvertretend nannte er den Lions Club –, die mit ihren Geldzuwendungen die Grundlage schaffen, ein solches Angebot aufrechtzuerhalten.

Zum anderen richtete sich sein Dank an die Einzelhändler, die Lebensmittelspenden zur Verfügung stellen. "Ansonsten könnte man ein solches Angebot gar nicht betreiben. Das funktioniert nur darüber, dass uns die Einzelhändler ihre Lebensmittel zur Verfügung stellen." Sowohl den Händlern als auch den privaten und institutionellen Spendern gebühre daher ein großes Dankeschön. (Marvin Hucke) +++

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