Bermuda-Dreieck feiert

Ein Reptil hängt wieder da, wo es hingehört: das Krokodil kehrt heim

Das Krokodil kehrt nach 40 Jahren auf seinen Stammplatz zurück.
Alle Fotos: Martin Engel

23.08.2026 / FULDA - Regelmäßige Fuldaer Kneipengänger kennen sich im Bermuda-Dreieck doch häufig besser aus als im eigenen Daheim. Ihnen müsste eigentlich aufgefallen sein, dass sich dort seit kurzem eine spektakuläre Veränderung vollzogen hat, die allerdings bis zum Samstagabend so gut geheimgehalten wurde, wie es eben ging. Den Älteren aus der Szene ist dieses Deko-Element sicher noch gut bekannt, doch es ist inzwischen sage und schreibe 40 Jahre her, dass ein grünes Reptil vom Nil über der Fassade in der Karlstraße prangte. Jetzt ist es endlich so weit: Das Krokodil kehrt auf seinen Stammplatz zurück.



Denn wie sicher viele wissen, hat die Kultkneipe Krokodil in der Karlstraße ihren Namen von der historischen "Drogerie zum Krokodil", die ursprünglich über 150 Jahre lang an dieser Stelle ihren Sitz hatte. Das Krokodil-Emblem hing damals über dem Geschäft und wanderte nach dessen Aufgabe mitsamt dem Inventar der Drogerie ins Vonderau-Museum. Als aus den Räumen 1986 die Kneipe wurde, behielt man den traditionsreichen Namen bei. Eine damals angefertigte Replik des Originals war anscheinend so attraktiv, dass sie von der Fassade weggeklaut wurde.

Doch jetzt ist die Optik endlich wieder perfekt: Die Überraschung war am Samstagabend für die Stammgäste des Krokodils und auch zufällig vorbeikommende Passanten ein Knalleffekt. Pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt startete die Enthüllung und wurde gebührend beklatscht, bewundert und gefeiert. Das Wirtepaar Hannah und Jan Vogt hatte zuvor ganze Arbeit geleistet: Nach vielen Monaten der Planung, Organisation und Spendensammlung war die Reproduktion des historischen Krokodils, das früher über dem Eingang hing, pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum der Kultkneipe fertiggeworden.

"Damit können wir tatsächlich ein kleines Stück Fuldaer Stadtgeschichte an seinen ursprünglichen Platz zurückbringen", freuen sich die Betreiber. Möglich geworden ist dieses Herzensprojekt durch die Unterstützung der Stadt Fulda, der Unteren Denkmalschutzbehörde, mehrerer Projektpartner sowie vieler Spenderinnen und Spender aus dem Kroko-Umfeld. "Dafür sind wir unglaublich dankbar", sagt Jan Vogt, der selbst bis zum Schluss vollen Einsatz dafür gegeben hat. Denn die immerhin 2,50 Meter lange Replik aus dem 3-D-Drucker, von den 3-D-Heroes aus Maberzell gescannt, wurde erst am Donnerstagabend ausgeliefert. "Mein Mann hat eine ganze Nachtschicht eingelegt, um der schwarzen Gestalt wieder seine originäre grüne Farbe zu verpassen", berichtet Hannah Vogt. Dann wurde das gute Tier komplett verhüllt und nachts mittels eines Hubsteigers wieder an den Ringen an der Fassade aufgehängt. "Nach so vielen Jahrzehnten ohne das Krokodil an unserer Fassade freuen wir uns riesig darauf, gemeinsam mit unseren Gästen diesen Moment zu erleben und gebührend feiern zu können", sagen die glücklichen Vogts, die damit ein Stück altes Fulda gerettet und wiederbelebt haben. (ci)+++

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