Der Bedarf ist riesig
Gemeinde investiert 200.000 Euro in neue Praxis - doch der Hausarzt fehlt
Fotos: Constantin von Butler
23.08.2026 / NEUENSTEIN -
Das ist kurios! Noch wird in Obergeis (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) renoviert, doch die künftige Hausarztpraxis nimmt langsam Gestalt an. Möbel und Ausstattung sind bestellt, ein teurer Aufzug ist bereits eingebaut. Was der Gemeinde Neuenstein allerdings fehlt, ist das Entscheidende: ein Arzt. Seit nunmehr vier Jahren sucht die Kommune nach einer Lösung und steht ohne Hausarzt da. Inzwischen sind rund 200.000 Euro an Kosten entstanden.
Doch von vorne: In Obergeis werden aktuell alte Büroräume zu einer Praxis umgebaut. Ein großer Teil der Kosten entfällt auf die Barrierefreiheit. Dafür wurde unter anderem ein Aufzug eingebaut. Hinzu kommen beispielsweise die Sanierung einer Toilette, ein zweites WC, teure Renovierungsarbeiten und ein zusätzlicher Fluchtweg.
Der Bedarf ist da - der Arzt fehlt
Und genau da liegt das größte Problem. Bürgermeister Roland Urstadt macht keinen Hehl daraus, wie kompliziert die Situation ist: "Die Suche nach einem Arzt gestaltet sich außerordentlich schwierig. Das liegt an vielen verschiedenen Faktoren, auf die eine Kommune nur bedingt Einfluss hat." Gespräche mit einigen Medizinern laufen. Auch mit Schwarzenborn steht der Rathauschef in Kontakt. Dort gibt es ein kommunales medizinisches Versorgungszentrum. Eine Zweigstelle in Obergeis wäre denkbar, konkret ist bislang aber noch nichts. Gemeinde sucht nach neuen Möglichkeiten
Es braucht ein Ergebnis. Inzwischen denkt die Gemeinde Neuenstein auch über kleinere Lösungen nach. Statt sofort eine dauerhaft besetzte Praxis zu finden, könnten zunächst einzelne Sprechstunden angeboten werden. "Nach all den Gesprächen bis zum heutigen Tag halte ich eine Praxis mit einzelnen Sprechstunden pro Woche, beispielsweise drei bis vier halbe Tage, für durchaus realistisch", sagt Urstadt.Und selbst wenn sich endlich ein Hausarzt findet, bleibt noch ein entscheidender Punkt: "Die Praxis muss angenommen werden. Die Bürger müssen hingehen und dort Patient sein oder werden. Nur so kann eine dauerhafte Lösung für die Gemeinde gefunden werden."