Bedrohungen gegen "AG Selbst Aktiv"

Zwei Vorfälle, klare Worte: SPD stellt sich gegen Hass und Einschüchterung

Nachdem es am Samstag an einem Infostand auf dem Hanauer Marktplatz zu einem ersten Zwischenfall gekommen war, soll derselbe Mann am Montag erneut auf eine der betroffenen Personen getroffen sein und sie abermals beleidigt und bedroht haben. Beide Vorfälle wurden inzwischen bei der Polizei zur Anzeige gebracht.
Symbolfoto: O|N/Rene Kunze

21.08.2026 / HANAU - Die SPD Hanau verurteilt die Bedrohungen und Beleidigungen gegenüber Mitgliedern der "AG Selbst Aktiv" aufs Schärfste. Nachdem es am Samstag an einem Infostand auf dem Hanauer Marktplatz zu einem ersten Zwischenfall gekommen war, soll derselbe Mann am Montag erneut auf eine der betroffenen Personen getroffen sein und sie abermals beleidigt und bedroht haben. Beide Vorfälle wurden inzwischen bei der Polizei zur Anzeige gebracht.



Der erste Vorfall ereignete sich am Samstag, während der Marktzeit am bekannten Infostand der SPD Hanau im Bereich Hammerstraße/Ecke Krämerstraße. Der Mann fragte zunächst, ob er Fotos von den Anwesenden machen dürfe. Nach Schilderung der Betroffenen begründete er dies sinngemäß damit, dass er wissen wolle, "wer die Ersten sind, wenn es soweit ist". Im weiteren Verlauf beleidigte er die Anwesenden als "Vaterlandsverräter". Eine Passantin stellte sich als Zeugin zur Verfügung.

Am Montag kam es nach Angaben einer der betroffenen Personen zu einer erneuten Begegnung mit demselben Mann. Er soll die betroffene Person erneut beschimpft und bedroht und unter anderem geäußert haben, er werde sie "finden". Daraufhin wurde erneut die Polizei eingeschaltet und Anzeige erstattet.

"Das ist Einschüchterung"

Die beiden Vorsitzenden der SPD Hanau, Thomas Straub und Sevgi Idil Dağdelen, erklären: "Was am Samstag geschehen ist, war bereits eine klare Grenzüberschreitung. Dass nun erneut eine betroffene Person mit demselben Mann konfrontiert und nach ihrer Schilderung wiederum beleidigt und bedroht wurde, nehmen wir sehr ernst. Das ist keine Form politischer Auseinandersetzung. Das ist Einschüchterung. Unsere volle Solidarität gilt den Betroffenen. Als SPD Hanau stehen wir geschlossen an ihrer Seite."

Die AG Selbst Aktiv, die Arbeitsgemeinschaft der SPD für Menschen mit Behinderungen, setzt sich für Selbstbestimmung, Barrierefreiheit, Inklusion und gleichberechtigte gesellschaftliche und politische Teilhabe ein. Dieses ehrenamtliche Engagement verdient besondere Anerkennung und Unterstützung. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Menschen ihre Zeit und Kraft dafür einsetzen, Barrieren abzubauen, anderen eine Stimme zu geben und das Miteinander in unserer Stadt aktiv mitzugestalten. Gerade diese Menschen müssen wir unterstützen und ermutigen – nicht einschüchtern. Die beiden Betroffenen verdienen unseren größten Respekt und unsere Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement", betonen Straub und Dağdelen.

Polizei ermittelt zu beiden Vorfällen

Erst vor Kurzem hatte auch in Hanau eine Kundgebung aus Solidarität mit den Betroffenen des Vorfalls beim Berliner CSD stattgefunden. Für die SPD Hanau zeigen solche Ereignisse ebenso wie die aktuellen Vorfälle, wie wichtig es ist, immer wieder öffentlich für eine vielfältige und solidarische Gesellschaft einzutreten.

"Ein buntes Miteinander ist keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung für unsere Stadt. Hanau lebt von Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Fähigkeiten, Herkünften und Lebensentwürfen. Diese Vielfalt macht unsere Stadtgesellschaft stärker. Wer versucht, Menschen auszugrenzen oder durch Hass und Einschüchterung zum Schweigen zu bringen, muss mit unserem entschiedenen Widerspruch rechnen. Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden weiterhin sichtbar und ansprechbar sein. Hass, Hetze, Rassismus, Ausgrenzung, Bedrohungen und Gewalt haben in Hanau keinen Platz. Wir stehen für eine Stadt, in der Menschen verschieden sein können und selbstverständlich dazugehören", erklären Straub und Dağdelen.

Die Polizei ermittelt zu den Vorfällen. Die SPD Hanau unterstützt den Zeugenaufruf und bittet Personen, die sachdienliche Beobachtungen gemacht haben, sich an die zuständigen Ermittlungsbehörden zu wenden. (mis/pm) +++

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