Innenstadt vor Starkregen sichern

Spezialtaucher im Einsatz: Alte Schieberanlage im Main ausgetauscht

Bei den aufwendigen Arbeiten unterhalb des Geländes des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes am Main kamen auch Spezialtaucher aus Thüringen zum Einsatz.
Fotos: Stadt Hanau / HIS

19.08.2026 / HANAU - Um das Risiko von Überflutungen im Bereich des Kanaltorplatzes in der Hanauer Innenstadt zu senken, hat der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) eine mehr als 40 Jahre alte Schieberanlage am Entlastungskanal zum Main ausgebaut, um sie aufzuarbeiten oder, falls notwendig, auszutauschen. Bei den aufwendigen Arbeiten kamen auch Spezialtaucher aus Thüringen zum Einsatz.



Die Maßnahme war notwendig geworden, weil das Mainwasser die Schieberanlage, die unterhalb des Geländes des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes sitzt, über die vergangenen Jahrzehnte stark korrodiert hatte. Damit bestand das Risiko, dass das rund 590 Kilogramm schwere Schieberblatt nicht mehr sicher gehalten werden konnte. Im ungünstigsten Fall hätte ein unkontrolliertes Schließen bei Starkregen den Abfluss großer Wassermengen behindert und damit das Risiko von Überflutungen im Bereich des Kanaltorplatzes erhöht. Mit dem Ausbau ist diese potenzielle Schwachstelle jetzt beseitigt.

"Diese Arbeiten zeigen sehr anschaulich, wie viel technische Infrastruktur im Verborgenen dafür sorgt, dass unsere Stadt funktioniert und auch bei Starkregen geschützt bleibt. Dass dafür Spezialtaucher unter Wasser arbeiten mussten, ist außergewöhnlich. Vor allem aber ist es eine wichtige Investition in die Sicherheit unserer Innenstadt und in eine zuverlässige Entwässerung", sagt Stadträtin Isabelle Hemsley.

Der Entlastungskanal führt vom Kanaltorplatz, der vor mehr als 400 Jahren Teil des ersten Hanauer Hafens war, auf einer Länge von rund 500 Metern bis zum Main. Bei trockenem Wetter fließt das Abwasser direkt in Richtung Kläranlage. Bei Regen füllen sich die Kanäle zunehmend. Erreicht das Wasser im großen Schacht die Überlaufschwelle, wird überschüssiges und sehr stark verdünntes Mischwasser über den Entlastungskanal zum Main geleitet. Insgesamt können dabei rund 3.600 Liter Wasser pro Sekunde in Richtung Main abgegeben werden. Zum Vergleich: Die Hanauer Kläranlage kann pro Sekunde rund 1.600 Liter gereinigtes Wasser abgeben.

Für den Ausbau der alten Schieberanlage war zunächst vorgesehen, den Kanal mit Absperrblasen abzudichten und anschließend leerzupumpen. Der starke Rückstau des Mainwassers machte dies allerdings unmöglich. Trotz des Einsatzes von zwei leistungsstarken Pumpenanlagen und eines Spülwagens konnte der Kanal nicht vollständig trockengelegt werden.

Aus diesem Grund mussten Spezialtaucher die Schieberanlage direkt unter Wasser sichern und zerlegen. Während ein Taucher unter Wasser arbeitete, wurde er von einem zweiten Taucher gesichert. Ein weiterer Mitarbeiter hielt über Funk den Kontakt zum Taucher. Die zerlegten Teile konnten anschließend mit einem Kran geborgen werden. Insgesamt war eine vierköpfige Taucherkolonne an den Arbeiten beteiligt.

Das ausgebaute Schieberblatt wird nun in der städtischen HIS-Werkstatt eingehend geprüft. Falls keine technische und wirtschaftliche Aufarbeitung möglich ist, soll ein neues Schieberblatt angefertigt werden. Dabei ist auch eine Verbesserung der Konstruktion vorgesehen: Ein zusätzlicher Schlauchanschluss soll künftig ermöglichen, den Entlastungskanal bei Wartungsarbeiten schneller und einfacher leer zu pumpen. Das Schieberblatt wird zu Inspektionszwecken des Kanals mit Hilfe eines Krans in Eigenregie wieder eingesetzt. (pg/pm) +++

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