Entscheidung fällt am Donnerstag!
"Riesige Enttäuschung" droht: Siedler kämpfen gegen XXL-Neubau "Am Lax"
Fotos: Kevin Hildebrand
19.08.2026 / BAD HERSFELD -
Seit mehreren Wochen dreht sich in der Bad Hersfelder Wohnsiedlung "Am Lax" alles um ein Thema: den geplanten Bau eines Mehrfamilienhauses mit sieben Wohneinheiten auf dem Grundstück "Am Lax 13". Erst vergangene Woche wurde das umstrittene Bauvorhaben vom Hersfelder Bauausschuss abgelehnt, am Donnerstag entscheidet die Stadtverordnetenversammlung, ob die Bagger dort rollen dürfen - oder eben nicht.
OSTHESSEN|NEWS sprach mit der Siedlergemeinschaft und besichtigte das Grundstück, auf dem die Bauarbeiten bereits begonnen haben. Dabei stellte sich heraus: Von kleinen Arbeiten - wie vom Investor behauptet - kann dabei nicht wirklich die Rede sein. Stattdessen gleicht das Grundstück einer Großbaustelle.
Siedlergemeinschaft von Bauvorhaben geschockt
"Hier entstehen sieben moderne, energieeffiziente Wohnungen." Dieses Banner hängt seit Anfang Juni an einem Bauzaun vor dem Grundstück in der Hersfelder Wohnsiedlung. Und seitdem wissen auch die Mitglieder der Siedlergemeinschaft, welches Ausmaß dieses Haus annehmen soll. "Vor zwei Jahren wurde das Haus verkauft, seitdem stand es lange Zeit leer. Irgendwann kamen dann Bagger dazu, aber wir dachten einfach, dass hier ganz normale Umbauarbeiten stattfinden", sagte Claudius Cieslik, Vorsitzender der Gemeinschaft. Die Kritik der Siedlergemeinschaft
Die Mitglieder der Siedlergemeinschaft starteten daraufhin eine Petition, bei der rund 250 Unterschriften gesammelt wurden. Die Kritikpunkte: Der Charakter der Wohnsiedlung gehe verloren, das Ortsbild werde durch ein überdimensioniertes Gebäude beeinträchtigt. Dazu entstehe eine erhebliche Flächenversiegelung, Grünflächen müssten Beton weichen und die ohnehin angespannte Parkplatzsituation im Lax, wo Anwohner nicht vor ihrem Haus parken können, verschärfe sich. Hinzu kämen mehr Lärm sowie eine Beeinträchtigung der Umwelt und der Tierpopulation vor Ort. Voranschreitende Bauarbeiten sorgen für Verwunderung
Und auch in einem weiteren Punkt herrschte nicht nur bei der Siedlergemeinschaft Verwunderung, sondern auch im Hersfelder Bauausschuss. Jürgen Pfeffermann erklärte dort, die bisher am Haus durchgeführten Arbeiten seien verhältnismäßig klein gewesen. Ein Besuch des Grundstücks zeigt allerdings: Ein Besuch des Grundstücks zeigt allerdings ein anderes Bild. Vor dem Haus steht ein meterhoher Kran, rund um die Baustelle stehen zwei Bagger. Die Garage vor dem Haus wurde abgerissen, ebenso der Wintergarten dahinter. Alle Wege sind verschwunden, dazu ist das komplette Grundstück aufgegraben - teilweise mehrere Meter tief. Donnerstag fällt die Entscheidung
Am Donnerstag fällt dann die Hersfelder Stadtverordnetenversammlung ihr Urteil darüber, ob das Bauvorhaben so umgesetzt werden darf. Claudius Cieslik: "Sollte das so kommen, wäre das natürlich eine riesige Enttäuschung für uns." Er und die anderen Mitglieder betonten noch einmal: Sie seien weder gegen Modernisierung noch gegen einen grundsätzlichen Neubau. Dieser müsse aber ins Bild der Siedlung passen und angemessen sein.Ein bereits stattgefundenes Gespräch mit dem Investor habe keine Lösung gebracht. Dieser sei laut den Mitgliedern der Siedlergemeinschaft auch nicht kompromissbereit. "Stattdessen hieß es im Nachgang, wir hätten ihn beleidigt. Was nicht stimmt", erklärte Cieslik.