60 kontrollierte Fahrzeuge im Köbler Weg

"Mehr Zeit einplanen": Bedenkliche Bilanz nach Kontrolle zum Thema "Elterntaxi"

Gerade vor Schulen kann der zusätzliche Autoverkehr schnell zur Gefahr werden.
Symbolfoto: pixabay

19.08.2026 / HAMMERSBACH - Das gehört bereits für viele Eltern zum morgendlichen Alltag: Kurz vor Unterrichtsbeginn werden die Kinder mit dem Auto bis vor das Schultor gebracht. Das sogenannte "Elterntaxi" soll den Schulweg bequem und schnell machen. Doch gerade vor Schulen kann der zusätzliche Autoverkehr schnell zur Gefahr werden. Unübersichtliche Situationen, Wendemanöver, haltende oder falsch abgestellte Fahrzeuge sowie unachtsames Ein- und Aussteigen können dazu führen, dass Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad übersehen werden.



Wie wichtig entsprechende Kontrollen sind, zeigte sich am Dienstagmorgen im Köbler Weg in Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis): Zwischen 7:30 Uhr und 8:45 Uhr führten Kräfte der Polizeistation Langenselbold gemeinsam mit dem Ordnungsamt Hammersbach Kontrollen mit Zielrichtung "Elterntaxi" durch. Rund 60 Fahrzeuge wurden dabei überprüft.

Bedauerliche Bilanz

Auf den ersten Blick verlief die Kontrolle ohne besondere Vorkommnisse, allerdings stand am Ende eine durchaus bedenkliche Bilanz: In drei Fällen fehlte die vorgeschriebene Sitzerhöhung, einmal war überhaupt kein erforderlicher Kindersitz vorhanden. Drei Kinder waren während der Fahrt nicht angeschnallt. Darüber hinaus stellten die Einsatzkräfte sowie drei Fälle von Gehwegparken fest und registrierten auch eine Situation, in der einem Kind offensichtlich der Vorrang am Fußgängerüberweg nicht gewährt wurde.

Besonders die Verstöße gegen die Sicherungspflichten von Kindern bereiten den Einsatzkräften Sorge. Bei mehreren Gesprächen nannten Eltern Zeitdruck als Grund für ihr Fehlverhalten. Sie seien zu spät dran gewesen, wollten ihre Kinder aber trotzdem pünktlich zur Schule bringen.

"Zeitdruck darf niemals der Grund sein, die Sicherheit aufs Spiel zu setzen"

Polizeisprecher Thomas Leipold dazu: "Kinder müssen im Auto entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gesichert sein - und zwar unabhängig davon, ob die Fahrt nur wenige Minuten dauert. Gerade vermeintlich kurze Strecken sind keine Ausrede, um die geltenden Regelungen zu umgehen", stellt er heraus und ergänzt: "Auch das Parken auf Gehwegen oder das Halten an ungeeigneten Stellen kann für Schülerinnen und Schüler gefährlich werden. Fahrzeuge versperren Sichtachsen und können dazu führen, dass Kinder beim Überqueren der Straße von anderen Verkehrsteilnehmern zu spät erkannt werden. Das morgendliche Verkehrsaufkommen rund um Schulen macht solche Situationen zusätzlich unübersichtlich. Zeitdruck darf niemals der Grund sein, die Sicherheit der eigenen Kinder oder anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel zu setzen. Wer morgens ausreichend Zeit für den Schulweg einplant, kann Hektik vermeiden und trägt damit wesentlich zu einem sicheren Schulumfeld bei."

Die kontrollierten Eltern wurden auf die bestehenden Gefahren hingewiesen und für einen sicheren und rücksichtsvollen Schulweg sensibilisiert. Festgestellte Verkehrsverstöße wurden entsprechend geahndet.

Erfreulich war zugleich die Reaktion der überwiegenden Mehrheit der Kontrollierten. Viele zeigten sich einsichtig und verständnisvoll und befürworteten die Kontrollmaßnahmen ausdrücklich. Gerade im Bereich von Schulen sei besondere Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme erforderlich, so der Tenor vieler Gespräche. Aufgrund der festgestellten Verstöße und der Problematik allgemein sind auch künftig entsprechende Kontrollen vorgesehen. Dabei geht es den Verantwortlichen ausdrücklich nicht darum, Eltern unnötig zu belangen. Ziel ist es, gemeinsam für mehr Sicherheit rund um die Schulen zu sorgen.

Sofern es möglich ist, sollten Kinder den Schulweg zu Fuß zurücklegen. Ein gemeinsamer Spaziergang zur Schule sorgt nicht nur für weniger Autoverkehr vor dem Schulgebäude, sondern gibt Kindern auch die Möglichkeit, Schritt für Schritt selbstständiger und sicherer im Straßenverkehr zu werden. (mis/pm) +++

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