Am Luckenberg gibt's was zu feiern!
Mehr als "wieder schön machen!" - 20 Jahre Restaurierung Jörg Büchner
Foto: Walter M. Rammler
21.08.2026 / FULDA -
20 Jahre gibt es die Werkstatt für Restaurierung von Jörg Büchner am Fuldaer Luckenberg schon und die stattliche Reihe der Objekte, an die hier erfolgreich Hand angelegt wurde, kann sich sehen lassen. Zu den Dauerkunden des versierten Restaurators und seines Teams gehören neben vielen Privatleuten unter anderem auch die Stadt Fulda, Schloss Fasanerie, das Bistum Fulda und die Verwaltung Hessischer Schlösser und Gärten. Sie alle wissen, wie behutsam und fachgerecht ihre Schmuckstücke am Luckenberg wieder zum Leben erweckt werden, ohne ihre Patina zu zerstören. Wir haben Jörg Büchner zum Firmenjubiläum gratuliert und uns bei dieser Gelegenheit noch einige Geheimnisse verraten lassen.
Seit meiner Schulzeit wollte ich gerne mit Holz arbeiten. Und alte Möbel wieder schön zu machen, fand ich total faszinierend. Nur wusste ich nicht, wie man das macht, und der ein oder andere Versuch sah am Ende nicht so aus, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Ich habe nach dem Abitur zunächst ein einjähriges Praktikum im Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege in Johannesberg gemacht. Dann kam der Zivildienst, an den sich eine richtige Tischlerlehre anschloss. Nach einer Fortbildung in der Propstei Johannesberg hab ich am Göring-Institut, der Fachakademie für Restaurierung von Möbeln und Holzobjekten in München studiert.
Vor 20 Jahren habe ich meine erste Firma für Restaurierung in Kronberg gegründet und wurde ein Jahr später Dozent am Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege in Johannesberg. Heute bin ich dort Gesellschafter und Teil der Geschäftsleitung. Im Januar 2009 bin ich dann mit der Werkstatt nach Fulda an den Luckenberg gezogen. Am Anfang arbeitete ich allein, was für ein Startup ganz normal ist. Meine Frau hat mich immer unterstützt und die Firma vorangebracht, wofür ich sehr dankbar bin. Nach und nach kamen meine Mitarbeiterinnen dazu, die bis heute bei mir sind, sodass wir bis zu fünf Leute in der kleinen Werkstatt sind. Das heißt Tetris im Endstadium. Und wir sind mit der Zeit alle Freunde geworden - das ist besonders schön!
Ich teile gerne mein Wissen mit jungen Menschen. Der Beruf des Restaurators ist kein klassischer Ausbildungsberuf. Man kann ihn studieren oder als Handwerksmeister eine Fortbildung zum Restaurator machen. Ich habe beides gemacht. Das ist eine sehr gute Grundlage, um sowohl in der akademischen als auch in der handwerklichen Welt der Restaurierung arbeiten zu können.
Bei der Propstei Johannesberg bin ich für die Handwerkerfortbildung zuständig, um die Meister aus den Gewerken Zimmerer, Schreiner, Maler, Maurer und Parkettleger zum Master Professional zu qualifizieren. Das ist auch eine sehr schöne, spannende und erfüllende Tätigkeit.
Die Aufträge kommen sowohl von Privatpersonen als auch von Institutionen wie Museen, Städten, Gemeinden, den Kirchen und aus der Verwaltung Hessischer Schlösser und Gärten. In den letzten 20 Jahren habe ich so viele unterschiedliche Objekte restauriert, das ist dann quasi meine Werbung. Deshalb habe ich meistens mehr Aufträge, als ich überhaupt stemmen kann.
Zu uns kann jeder kommen und wird von uns beraten, was geht und was nicht geht. Wir können für unsere Auftraggeber fast immer eine Möglichkeit aufzeigen, durch die ihr Objekt wieder restauriert werden kann und die Kosten im Rahmen bleiben.
Was ist der größte Irrtum, den Kunden im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit äußern?
An welche der von Ihnen restaurierten Objekte erinnern Sie sich besonders gern bzw. besonders ungern?
Als Restaurator muss man einen breiten Bereich abdecken. Herz, Kopf und Hand: Alles ist gefordert. Sei es bei der Voruntersuchung, wo man Wissen über Lösemittel, diverse Holzarten oder historische Lacke parat haben muss. Bei der eigentlichen Bearbeitung der Objekte muss man die entsprechenden Techniken beherrschen. Nicht zuletzt braucht es die Liebe zu dem jeweiligen Objekt, das meist ein bisschen mehr Zuwendung von uns bekommt, als wir später abrechnen. Restaurator ist auch ein Beruf, der das Handwerk und die Wissenschaft vereint, was ich persönlich äußerst wichtig finde. Das eine kann nicht ohne das andere.
Ja, das Schaufenster hat sich in den vielen Jahren auch immer wieder gewandelt. Von der Faschingsdeko bis zur Weihnachtskrippe war alles dabei. Zurzeit bearbeiten wir Türen einer translozierten Kirche, die im Freilandmuseum Fladungen steht, und einen Altar, der in der Kapelle am Franzosenwäldchen stand.