Wichtiger Schritt
Fortbildung der Frauenklinik: Austausch und Kooperation mit Klinikum Kassel
Fotos: Werner Hampe
17.08.2026 / BAD HERSFELD -
Auf großes Interesse stieß die Fortbildungsveranstaltung der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Bad Hersfeld. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen waren der Einladung in den Hörsaal des Klinikums gefolgt, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Frauenklinik, moderne Geburtshilfe und insbesondere die Versorgung von Neugeborenen in herausfordernden Situationen auszutauschen. Die Veranstaltung am Mittwochabend war ausdrücklich auf den interdisziplinären Austausch und die weitere Stärkung der Zusammenarbeit in der Region ausgerichtet.
Nach der Begrüßung durch Prokurist Sascha Sandow stellte Chefarzt Dr. Boris Goldmann aktuelle Entwicklungen und Perspektiven der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe vor. Dabei machte er zugleich deutlich, wie breit die Klinik heute medizinisch aufgestellt ist. Zu den Schwerpunkten gehören neben der Geburtshilfe insbesondere die gynäkologische Onkologie, die minimalinvasive gynäkologische Chirurgie sowie die Urogynäkologie und Beckenbodenchirurgie.
Anhand zahlreicher klinischer Beispiele zeigte Goldmann die Möglichkeiten moderner endoskopischer Verfahren – unter anderem bei Endometriose, Myomen, Erkrankungen des Beckenbodens und komplexen gynäkologischen Tumorerkrankungen.
Geburtshilfe im Fokus: 805 Geburten im Jahr 2025
Oberärztin Tanja Dambor nahm anschließend unter dem Titel "Geburtshilfe 2026 – Status quo und Ausblick" aktuelle Entwicklungen und Perspektiven rund um Schwangerschaft und Geburt in den Blick. Im Jahr 2025 wurden am Klinikum Bad Hersfeld insgesamt 805 Geburten betreut. Im Mittelpunkt der weiteren Entwicklung stehen eine individuelle Betreuung und die noch engere Vernetzung der Mutter-Kind-Versorgung."Wir sind mit dem Verlauf und insbesondere mit der großen Resonanz auf diese Fortbildung sehr zufrieden. Der intensive Austausch und die vielen Gespräche zeigen uns, wie wichtig die persönliche und fachliche Vernetzung gerade in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist. Eine gute Versorgung von Mutter und Kind ist immer Teamarbeit – innerhalb unseres Hauses, mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und zunehmend auch über Klinikgrenzen hinweg", zieht Chefarzt Dr. Boris Goldmann ein positives Fazit.
Neue Kooperation mit dem Klinikum Kassel in der Neonatologie
Einen besonderen Schwerpunkt des Abends setzte Prof. Dr. Andreas Jenke, Direktor der Klinik für Neonatologie und allgemeine Pädiatrie am Klinikum Kassel. Unter dem Titel "Geburt am Limit – Was wir heute besser machen und warum es darauf ankommt" widmete er sich der Versorgung von Neugeborenen in besonders anspruchsvollen Situationen. Prof. Jenke leitet am Klinikum Kassel eine auf die Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen spezialisierte Klinik und verfügt insbesondere in der Neonatologie und der Betreuung von Früh- und Neugeborenen über langjährige Erfahrung.Für die Frauenklinik am Klinikum Bad Hersfeld bedeutet die Zusammenarbeit eine weitere Stärkung der Versorgung werdender Mütter und ihrer Kinder sowie zusätzliche fachliche Sicherheit bei besonderen Versorgungssituationen. Zugleich verbindet die Kooperation die pränatale Betreuung, die Geburtshilfe und die Versorgung des Neugeborenen noch enger miteinander.
"Für uns ist diese Kooperation ein wichtiger nächster Schritt. Eine moderne Geburtshilfe endet nicht mit der Geburt – Mutter und Kind müssen gemeinsam und mit Blick auf ihre individuellen Bedürfnisse betrachtet werden. Mit den Kolleginnen und Kollegen in Kassel gewinnen wir einen starken Partner und schaffen eine zusätzliche fachliche Verbindung, von der vor allem unsere Patientinnen und ihre Neugeborenen profitieren sollen", so Goldmann.
Neben den Vorträgen bot die Veranstaltung Gelegenheit für Fragen, persönliche Gespräche und fachlichen Austausch. Damit setzte die Frauenklinik zugleich einen weiteren Impuls für die Vernetzung und Zusammenarbeit in der regionalen Versorgung. (pg/pm) +++