Stalking-Prozess ausgesetzt
23-jähriger Angeklagter nicht erschienen - bis auf weiteres im Krankenhaus
Fotos: O|N-Archiv
18.08.2026 / FULDA -
Der Fall von Nachstellung, Beleidigung und Bedrohung, der seit Ende Juli am Amtsgericht Fulda verhandelt wird, sollte bereits letzte Woche mit einem Urteil abgeschlossen sein, doch die Verhandlung zieht sich weiter hin. Das Verhalten des 23-jährigen Angeklagten gegenüber seiner Ex-Freundin hatte diese nachhaltig verstört und beeinträchtigt sie bis heute. Das hatten die ersten beiden Verhandlungstage im Juli vor dem Amtsgericht Fulda deutlich gezeigt. Bei ihrer Zeugenaussage wurde die 20-Jährige von einer professionellen Opferbegleiterin vom Angeklagten abgeschirmt, verlor aber bei ihren Schilderungen der andauernden Drohungen und Nachstellungen zwischenzeitlich die Fassung und weinte.
Der 23-Jährige hatte jeweils eine eigene, von der Anklage abweichende Tatversion zu Protokoll gegeben. Dabei zeigte er weder Einsicht noch Reue – schuld hatten immer andere. Kennengelernt hatte sich das junge Paar an einer Fuldaer Berufsschule, weil sich beide in einer Ausbildung befanden - er zum Automobilkaufmann, sie als Groß- und Außenhandelskauffrau. Ihre Beziehung dauerte von Juni bis August 2024. Wer wen dann verlassen und die Beziehung beendet hat, blieb unklar. Beide behaupteten vor Gericht, die Initiative dazu ergriffen zu haben. Dass dann eine Vielzahl von Anrufen von ihm bei ihr einging, hatte die junge Frau schon bei der Polizei mit ihrem Handy bewiesen. Seine Begründung für diese Dauerbelästigung: Sie habe noch Kleidung von ihm gehabt, die er zurückhaben wollte.
Wie Amtsrichter Ulrich Jahn auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS dazu erklärte, habe am Montag ein kurzer Abstimmungstermin mit den Prozessbeteiligten in dem betreffenden Krankenhaus stattgefunden. Da nicht absehbar sei, wann der Angeklagte wieder verhandlungsfähig sein werde, wurde die nächste Verhandlung vorläufig auf den 28. August 2026 um 9:00 Uhr festgesetzt. (ci)+++