Besonderes Jubiläum der Trachtenkapelle

Landrat am Taktstock: Woide dirigiert zum 100. Geburtstag die "Vogelwiese"

Der Fuldaer Landrat Bernd Woide dirigiert zum 100. Geburtstag der Trachtenkapelle Elters die "Vogelwiese".
Fotos: Carina Jirsch

17.08.2026 / HOFBIEBER - Da ließ sich Landrat Bernd Woide nicht lange bitten: Beim großen Jubiläumswochenende der Trachtenkapelle Elters/Rhön griff er am Sonntagabend selbst zum Taktstock. Gemeinsam mit dem Musikverein Mittelrode brachte er die "Vogelwiese" zu Gehör - und sorgte damit noch einmal für einen besonderen Moment zum Abschluss des 100. Geburtstags der Elterser Musiker.



Drei Tage lang war rund um das Dorfgemeinschaftshaus gefeiert worden. Am Sonntag ging es nach Festgottesdienst und Frühschoppen vor allem um das, was die Elterser seit Jahrzehnten ausmacht: Blasmusik. Mehrere Kapellen spielten über den Tag verteilt.

Und Woide ließ sich nicht lange bitten. "Das war mir eine große Ehre", sagte der Landrat nach seinem kurzen Ausflug ans Dirigentenpult: "Es ist ganz besonders, dass wir hier das 100-jährige Jubiläum feiern können."

Neun Monate Vorbereitung für drei Festtage


Neun Monate Planung für drei Tage Jubiläum: Hinter dem Fest in Elters steckt deutlich mehr Arbeit, als man auf den ersten Blick sieht. Rund acht Personen waren im Führungskreis beziehungsweise Festausschuss damit beschäftigt, alles vorzubereiten - Gastkapellen, Festplatz, Einladungen, Ablauf. Stephan Möller aus dem Vorstandsteam kennt diese Arbeit aus nächster Nähe. Und er macht keinen Hehl daraus, was ihm eigentlich lieber ist. "Das Musikspielen macht allen mehr Spaß, als hier ein Zelt aufzubauen", sagte Möller mit einem Schmunzeln. Für den 100. Geburtstag mussten die Musiker aber eben auch an anderer Stelle ran.

Für Möller ist dieses Jubiläum ohnehin mehr als nur ein großes Vereinsfest. Beide Großväter gehörten 1926 zu den Gründungsmitgliedern der Trachtenkapelle. Auf dem alten Gründungsfoto sind sie bis heute zu sehen.

"Wenn man dann als Enkel dabei ist und auch im Vorstand mitarbeitet, ist das schon ein Stück weit Verpflichtung", sagte Möller. Vieles von dem, was damals begonnen wurde, ist ein Jahrhundert später noch da. Und vor allem: Es gibt weiterhin genügend Menschen, die gemeinsam Musik machen wollen. "Dass wir heute so eine super Truppe sind, ist einfach schön."

Röder: "Musik verbindet"

Bei Markus Röder ist die Verbindung zur Trachtenkapelle ebenfalls keine rein dienstliche. Der Hofbieberer Bürgermeister (parteilos) ist selbst Musiker, sein Vater spielte zunächst Flügelhorn und später Tenorhorn. Am Sonntag stand Röder beim Festgottesdienst gemeinsam mit seiner Tochter zwischen den Musikern. "Das ist natürlich wunderbar, wenn es auch in die nächste Generation ein Stück weit geht", sagte Röder. Dass er diesen Tag selbst musikalisch miterleben konnte, merkte man ihm an. "Ich habe schon ein richtig freudiges Herz heute."

Was auf der Bühne passiert, ist bei einem solchen Fest allerdings nur ein Teil. Während die Kapellen spielen, muss hinter den Kulissen weitergearbeitet werden. Getränke, Essen, Auf- und Abbau - vieles davon wäre für die Trachtenkapelle allein kaum zu schaffen gewesen. "Damit das hier alles funktioniert, ist es sehr wichtig, dass die örtlichen Vereine zusammenstehen und helfen. Ohne die wäre das gar nicht machbar", betonte Röder. Unter anderem packten die Kirmesgesellschaft und der Rhönklub mit an.

Für den Bürgermeister ist genau das ein Stück Dorfleben. Vereine helfen sich gegenseitig, Familien wachsen über Generationen hinein - und am Ende stehen auch nach 100 Jahren noch rund 30 Musiker gemeinsam auf der Bühne. "Ich bin wahnsinnig stolz darauf, dass wir hier zusammenstehen können und uns auch richtig freuen." Viel mehr brauchte Röder an diesem Sonntag eigentlich gar nicht zu sagen. Sein letzter Satz passte ohnehin zum gesamten Wochenende: "Musik verbindet." (Constantin von Butler) +++

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