Erneuter Waldbrand

KATWARN ausgelöst! Brandgeruch aus der Eifel zieht nach Hessen

Der Brandgeruch aus der Eifel zieht jetzt auch nach Hessen.
Fotos: 5VISION.NEWS

16.08.2026 / REGION - Im Landkreis Darmstadt-Dieburg, im Landkreis Offenbach und im Landkreis Aschaffenburg haben zahlreiche Menschen am Sonntagnachmittag Brandgeruch wahrgenommen. Ursache dafür sind zahlreiche Waldbrände in der Region und in der weiteren Umgebung. Durch die aktuelle Wetterlage wurde der Rauch nach unten gedrückt und dadurch besonders deutlich spürbar.



Am Nachmittag informierten die Behörden die Bevölkerung über Warnapps, nachdem in den Leitstellen bereits zahlreiche Notrufe wegen des wahrgenommenen Brandrauchs eingegangen waren. Die Feuerwehr wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei sichtbarem Rauch oder Feuer immer sofort der Notruf zu wählen sei, um die Feuerwehr zu verständigen.

Wegen der anhaltenden Trockenheit kann es immer wieder zu Bränden kommen, wie es am Sonntagnachmittag in Messel (nordöstlich von Darmstadt) geschehen ist. Aus dem Wald bei Messel wurde eine aufsteigende Rauchsäule wahrgenommen, woraufhin die Feuerwehr verständigt wurde. Der etwa 1.500 Quadratmeter umfassende Brand konnte schnell gelöscht werden.

250 Notrufe eingegangen

Matthias Maurer-Hardt, Kreisbrandinspektor und Fachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis Darmstadt-Dieburg, berichtete, dass seit den Vormittagsstunden zunehmend Meldungen über Sichttrübung und wahrnehmbaren Rauchgeruch eingegangen seien. Allein zwischen 10 und 14 Uhr habe dies zur Alarmierung der Feuerwehr geführt, teils ohne dass vor Ort ein tatsächliches Ereignis feststellbar gewesen sei. Man habe sich deshalb mit der Brandschutzaufsicht, dem Regierungspräsidium und den hessischen Landkreisen abgestimmt und eine Bevölkerungsinformation herausgegeben, die auf die Sichttrübung und den wahrnehmbaren Rauchgeruch hinweise.

Nach Aussage des Deutschen Wetterdienstes herrsche derzeit eine sogenannte Inversionswetterlage, sagte Maurer-Hardt. Diese biete gute Bedingungen dafür, dass sich Rauchgeruch über weite Strecken verbreitet. Man gehe aktuell davon aus, dass die Wahrnehmung von den größeren Waldbränden in Nordrhein-Westfalen sowie in Belgien ausgelöst worden sei. Das Phänomen der Übertragung von Rauchgeruch und Sichttrübung sei zwar bekannt, jedoch nicht über solch weite Strecken, so der Kreisbrandinspektor.

Allein in den vergangenen eineinhalb Stunden seien in der zentralen Leitstelle rund 250 Notrufe eingegangen, die das Phänomen des Rauchgeruchs beschrieben hätten, erklärte Maurer-Hardt. Die Intensität des Rauchgeruchs und der Sichttrübung sei unvorhersehbar gewesen. Deshalb habe man sich entschlossen, die Bevölkerungsinformation herauszugeben, um die Bevölkerung darauf hinzuweisen und die Notrufkanäle für lebensbedrohliche Einsätze freizuhalten. Jeder Notruf werde dabei weiterhin einzeln abgearbeitet, was die Einsatzbearbeiter stärker belaste. In der vergangenen Stunde hätten sich beispielhaft zwei Brandereignisse als real herausgestellt, einmal im Bereich der Gemeinde Messel und einmal im Stadtgebiet Dieburg.

Eine zusätzliche Nachbesetzung der Leitstelle sei bislang nicht erfolgt, da sich die Lage durch Schichtwechsel habe abbilden lassen und die Zahl der Anrufe nach der Bevölkerungswarnung bereits nachgelassen habe, so Maurer-Hardt. Er bat die Bevölkerung, Brandereignisse dann zu melden, wenn eine Rauchentwicklung sichtbar und der Brandgeruch wahrnehmbar sei, da ein reiner Rauchgeruch ohne sichtbare Entwicklung häufig zu Fehleinschätzungen führe.

Waldbrand-Alarmstufe ausgerufen

Zum Brand in Messel führte Maurer-Hardt aus, dass im Gemeindewald eine Fläche von rund 1,5 Hektar Vegetation betroffen gewesen sei. Die Rauchsäule sei von mehreren Anwohnern sowie weiteren Notrufteilnehmenden gemeldet worden. Auch in benachbarten Landkreisen und in der Stadt Darmstadt sei eine erhöhte Notrufanzahl wahrnehmbar gewesen, konkrete Zahlen könne er dazu jedoch nicht nennen.

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg habe in den vergangenen Tagen bei Vegetationsbränden vergleichsweise Glück gehabt, sagte Maurer-Hardt. Angesichts der anhaltenden Wetterlage werde die angespannte Situation voraussichtlich anhalten, solange kein Niederschlag falle. Nach Ausrufung der Waldbrand-Alarmstufe seien die Feuerwehren im Landkreis zusätzlich sensibilisiert worden, teilweise sei besonderes Material zur Waldbrandbekämpfung auf den Fahrzeugen verlastet worden. Die Einsatzkräfte im Landkreis Dieburg seien vorbereitet.

Der Kreisbrandinspektor verwies zudem darauf, dass die Mehrzahl der Vegetationsbrände nachweislich nicht auf natürliche Ursachen zurückgehe. Es verwundere ihn immer wieder, wenn Verkehrsteilnehmer weiterhin Zigarettenstummel aus dem Fenster werfen würden. Zusammenhängende Waldgebiete gebe es im Landkreis Darmstadt-Dieburg vor allem im Osten und Süden, jedoch nicht in den Ausmaßen, wie sie derzeit in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen seien. (nia/pm) +++

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