Viele Stimmen, ein gemeinsamer Klang
Bischof Gerber kommt mit Altar an Bord zur Gründung der neuen Pfarrei
Fotos: Bistum Fulda / Maurice Radauscher
17.08.2026 / HANAU -
Wo Main und Kinzig zusammenfließen, ist am Sonntag in Hanau die neue katholische Pfarrei St. Klara und Franziskus am Main gegründet worden. Bischof Dr. Michael Gerber kam auf einem Schiff zu den Mainwiesen am Schloss Philippsruhe gefahren und feierte mit zahlreichen Gläubigen aus den bisherigen Pfarreien und Kirchorten den Gründungsgottesdienst. In seiner Predigt zeichnete er den Zusammenfluss der beiden Flüsse als Bild für die neue Pfarrei: Aus unterschiedlichen Strömungen könne etwas Neues entstehen.
"Der große Strom wird von vielen Flüssen genährt. Für mich ist dies ein ausdrucksstarkes Bild für das, was wir mit dem Gründungsgottesdienst feiern", sagte Gerber Dr. Michael Gerber in seiner Festpredigt. Auch die neue Pfarrei werde von unterschiedlichen Kirchorten, Traditionen und in Hanau vor allem von muttersprachlichen Gemeinden getragen. Dass dieses Zusammenwachsen nicht immer einfach sei, gehöre dazu. "Im Zusammenfließen entsteht etwas Neues", betonte der Bischof. Unterschiedliche Prägungen müssten dabei nicht aufgegeben, sondern miteinander verbunden werden.
Kirche als Volk aus allen Völkern
Gerber sieht gerade darin eine besondere Aufgabe der neuen Pfarrei zwischen Bergen-Enkheim und Großkrotzenburg. "Nirgendwo in unserem Bistum haben wir einen so hohen Anteil an muttersprachlichen Katholikinnen und Katholiken. Wie fließt das zusammen und wie findet das zugleich die richtige Balance zwischen der Wahrung eigener Traditionen und dem großen Miteinander?", hob der Bischof hervor.Lebensboot als Hoffnungszeichen
Auch das Bild des Bootes prägte die Predigt. Die neue Pfarrei befinde sich "im Fluss", sagte Gerber. Nicht immer sei der gemeinsame Weg leicht zu steuern, und der "Kahn" könne ins Schwanken geraten. Entscheidend sei jedoch die christliche Zusage: "Er, Jesus, sitzt mit uns im Boot." Wie das Lebensboot der Jünger zum Hoffnungszeichen geworden sei, könne auch das Kirchenboot der neuen Pfarrei ein Hoffnungszeichen werden – gerade auch für Menschen, die selbst nicht zur Kirche gehören, betonte der Bischof. "Mag der Sturm auch noch so heftig sein, er, Jesus, sitzt im Boot", sagte Gerber.Gottesdienst vom Main-Schiff
Zu den Mainwiesen am Schloss Philippsruhe kam Bischof Gerber mit einem Schiff des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Hanau gefahren. Auf dem Schiff war eigens für den ein Altar aufgebaut und festlich geschmückt worden. Nach dem Anlegen feierte Gerber vom Schiff aus gemeinsam mit den Konzelebranten die Eucharistie mit den Gläubigen am Mainufer.Viele Stimmen, ein gemeinsamer Klang
Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes machte die Vielfalt der neuen Pfarrei hörbar. Ein eigens zusammengestellter Projektchor mit Sängerinnen und Sängern aus den verschiedenen Kirchorten gestaltete die Eucharistiefeier unter der Leitung des Hanauer Kirchenmusikers und Regionalkantors Vittorio Vanini. Unterstützt wurde der Chor vom Blasorchester Wachenbuchen. Im Anschluss an den Gottesdienst luden der neu gewählte Pfarreirat und der Verwaltungsrat zum Begegnungsfest auf den Mainwiesen ein.Die Pfarrei St. Klara und Franziskus am Main erstreckt sich vom Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim bis Hanau-Großauheim und besteht aus insgesamt acht Kirchorten: Heilig Kreuz (Bergen-Enkheim), Sankt Maria (Niederdorfelden), Sankt Theresia (Maintal-Bischofsheim), Sankt Edith Stein (Dörnigheim), Sankt Elisabeth (Kesselstadt), Mariae Namen (Hanau-Innenstadt), Sankt Jakobus (Großauheim) und Sankt Laurentius (Großkrotzenburg). (nia/pm) +++