Jubiläumsfeier für das THW
Vom Notstromerzeuger zum schweren Gerät: Wenn Hilfe wirklich gebraucht wird
Fotos: Felix Weigl
15.08.2026 / NEUHOF -
Das Technische Hilfswerk Neuhof (südlicher Landkreis Fulda) blickt auf 60 Jahre zurück. Am 28. Januar 1966 schlug die Geburtsstunde des Ortsverbands im Neuhofer Rathaus. In den sechs Jahrzehnten hat sich viel getan. Geräte, Fahrzeuge, Ausbildung sind nicht mehr mit der Gründerzeit vergleichbar. Was sich nicht ändert: viele freiwillige Helferinnen und Helfer, die dort mit anpacken, wo sie gebraucht werden.
Begonnen hat es mit ein paar Schaufeln, Picken, Harken und einem Notstromerzeuger. Heute steht schweres Gerät in den Hallen des THW. Neben der Fachgruppe Bergung gibt es hier die spezielle Fachgruppe Elektroversorgung, Notfallversorgung und Notfallinstandsetzung. Ein langer Weg liegt hinter dem Ortsverband, aber auch viele Veränderungen vor ihm.
Am Sonntag findet dann ein familienorientierter Tag der offenen Tür statt, ebenfalls beim Gemeindezentrum. Dort können sich interessierte Besucherinnen und Besucher informieren, was das THW Neuhof leistet, und selbst mal in die ehrenamtliche Arbeit eintauchen. Für Kinder wird ein Parcours geboten, an dessen Ende es auch ein kleines Präsent gibt. Natürlich werden auch Ausrüstung und Equipment ausgestellt sein, dazu Helfer, die Fragen beantworten.
Einsätze die bleiben
In den vergangenen Jahrzehnten war der Ortsverband des THW Neuhof regional, deutschlandweit und teilweise sogar international unterwegs. So zuletzt auch beim Brand in Lauterbach im Vogelsbergkreis. Hier wurden die teils schwer beschädigten Fachwerkhäuser durch Baufachberater Lucas Wolf auf Einsturzgefahr untersucht, später wurden einzelne Räume dann fachmännisch abgestützt. Und all das unter Atemschutz, da auch kalte Brandstellen noch länger toxisch ausgasen, erklären Daniel Märtens, Lucas Wolf und Alexander Gärtner vom THW Neuhof gegenüber OSTHESSEN|NEWS.Das THW im Wandel der Zeit
Ursprünglich gegründet wurde das Technische Hilfswerk für den Zivilschutz, also den nicht-militärischen Schutz der Zivilbevölkerung bei Folgen eines Krieges. Während in den letzten Jahren mehr der Katastrophenschutz im Vordergrund stand, rückt seit dem Ukrainekrieg der Zivilschutz wieder mehr in den Fokus der Ausbildung. In Übungen gibt es neue Bedrohungsszenarien wie beispielsweise einen Drohnenalarm.Das THW hat sehr viel mehr Einsatzmöglichkeiten, als viele Menschen glauben. Oft unter widrigen Einsatzbedingungen. Tage- oder wochenlang in improvisierten Unterkünften helfen sie genau da, wo Menschen gerade alles verloren haben. (fw) +++