Jubiläumsfeier für das THW

Vom Notstromerzeuger zum schweren Gerät: Wenn Hilfe wirklich gebraucht wird

Das THW Neuhof feiert am Wochenende 60-jähriges Bestehen
Fotos: Felix Weigl

15.08.2026 / NEUHOF - Das Technische Hilfswerk Neuhof (südlicher Landkreis Fulda) blickt auf 60 Jahre zurück. Am 28. Januar 1966 schlug die Geburtsstunde des Ortsverbands im Neuhofer Rathaus. In den sechs Jahrzehnten hat sich viel getan. Geräte, Fahrzeuge, Ausbildung sind nicht mehr mit der Gründerzeit vergleichbar. Was sich nicht ändert: viele freiwillige Helferinnen und Helfer, die dort mit anpacken, wo sie gebraucht werden.


Begonnen hat es mit ein paar Schaufeln, Picken, Harken und einem Notstromerzeuger. Heute steht schweres Gerät in den Hallen des THW. Neben der Fachgruppe Bergung gibt es hier die spezielle Fachgruppe Elektroversorgung, Notfallversorgung und Notfallinstandsetzung. Ein langer Weg liegt hinter dem Ortsverband, aber auch viele Veränderungen vor ihm.

Donnerstagabend in Neuhof. Ein fester Termin für die Einsatzkräfte des THW, denn dann finden die Übungsabende statt. Nicht so an diesem Abend, denn am nächsten Wochenende, dem 22. und 23. August wird das große Jubiläum für 60 Jahre THW Neuhof gefeiert. Daher sind viele der Ehrenamtlichen mit den Vorbereitungen dafür beschäftigt. Am Samstag steigt ein festlicher Abend mit Gästen aus Politik und anderen Blaulichtbehörden. Zudem werden verdiente Mitglieder zum Jubiläum geehrt. Gefeiert wird im Gemeindezentrum Neuhof.

Am Sonntag findet dann ein familienorientierter Tag der offenen Tür statt, ebenfalls beim Gemeindezentrum. Dort können sich interessierte Besucherinnen und Besucher informieren, was das THW Neuhof leistet, und selbst mal in die ehrenamtliche Arbeit eintauchen. Für Kinder wird ein Parcours geboten, an dessen Ende es auch ein kleines Präsent gibt. Natürlich werden auch Ausrüstung und Equipment ausgestellt sein, dazu Helfer, die Fragen beantworten.

Einsätze die bleiben

In den vergangenen Jahrzehnten war der Ortsverband des THW Neuhof regional, deutschlandweit und teilweise sogar international unterwegs. So zuletzt auch beim Brand in Lauterbach im Vogelsbergkreis. Hier wurden die teils schwer beschädigten Fachwerkhäuser durch Baufachberater Lucas Wolf auf Einsturzgefahr untersucht, später wurden einzelne Räume dann fachmännisch abgestützt. Und all das unter Atemschutz, da auch kalte Brandstellen noch länger toxisch ausgasen, erklären Daniel Märtens, Lucas Wolf und Alexander Gärtner vom THW Neuhof gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

Auch bei der Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 war der Ortsverband im Einsatz, einige der Kräfte sogar für 70 Tage. Für viele der prägendste und bislang größte Einsatz. Auch hier musste geprüft werden, wann welche Gebäude wieder betreten werden können - zur Bergung der verstorbenen Menschen, die sich nicht mehr rechtzeitig vor den Fluten in Sicherheit bringen konnten.

Das THW im Wandel der Zeit

Ursprünglich gegründet wurde das Technische Hilfswerk für den Zivilschutz, also den nicht-militärischen Schutz der Zivilbevölkerung bei Folgen eines Krieges. Während in den letzten Jahren mehr der Katastrophenschutz im Vordergrund stand, rückt seit dem Ukrainekrieg der Zivilschutz wieder mehr in den Fokus der Ausbildung. In Übungen gibt es neue Bedrohungsszenarien wie beispielsweise einen Drohnenalarm.

Im Ortsverband Neuhof gibt es etwa 45 ausgebildete Einsatzkräfte, dazu noch seit über zwei Jahrzehnten eine Jugendgruppe, in der aktuell zirka 15 Kinder und Jugendliche aktiv sind. Nachwuchs und neue Ehrenamtliche sind natürlich gern gesehen. Bei wem also am Sonntag Neugier geweckt wird, der kann an einem Übungsabend in die Ausbildung reinschnuppern.

Das THW hat sehr viel mehr Einsatzmöglichkeiten, als viele Menschen glauben. Oft unter widrigen Einsatzbedingungen. Tage- oder wochenlang in improvisierten Unterkünften helfen sie genau da, wo Menschen gerade alles verloren haben. (fw) +++

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