Bessere Voraussetzungen für Akutversorgung

Modernisierte ZNA am Kreiskrankenhaus offiziell eingeweiht

Die modernisierte Zentrale Notaufnahme am Kreiskrankenhaus wurde offiziell eingeweiht
Fotos: Moritz Rös

14.08.2026 / ROTENBURG/F. - Wenn Menschen plötzlich schwer erkranken oder sich bei einem Unfall verletzen, bleibt keine Zeit für Umwege. Dann muss vieles gleichzeitig funktionieren: ankommen, einschätzen, entscheiden, untersuchen und behandeln. Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) des Kreiskrankenhauses Rotenburg ist genau für diese Situationen da: rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr.



Mit der offiziellen Einweihung der modernisierten Zentralen Notaufnahme wurde nun ein Bereich vorgestellt, der im Krankenhausalltag eine besondere Schlüsselrolle einnimmt. Nach der Begrüßung im Foyer erhielten die zahlreichen Gäste einen Einblick in die neu gestalteten Räumlichkeiten und die technische Ausstattung. Bei einem Rundgang konnten sie sich davon überzeugen, wie die Abläufe künftig noch besser unterstützt werden sollen. Zugleich bot die Veranstaltung Raum für Gespräche, Fragen und den Austausch über die Anforderungen moderner Notfallmedizin.

1,1 Millionen Euro für neun Monate Umbau

Hinter der Modernisierung stehen nicht nur neue Räume und moderne Technik, sondern auch eine erhebliche Investition: 1,1 Millionen Euro wurden in die Sanierung der Zentralen Notaufnahme investiert. Die Eigenmittel dafür, erklärte KKH-Geschäftsführer Horst Beißel, wurden aus dem operativen Cashflow des Kreiskrankenhauses finanziert. Neun Monate dauerte die Umbauphase. Durch die modernisierte ZNA führten Geschäftsführer Horst Beißel, die stellvertretenden ärztlichen Direktoren Dr. Pawel Staszewicz und Konstantin Schukowski, die Leiterin der Notaufnahme Petra Bock und ihre Stellvertreterin Lydia Koslik sowie Pflegedienstleiter Jan Eric Nissen.

Mehr als 14.000 Kontakte im Jahr

Die Zahlen machen deutlich, welche Bedeutung die Zentrale Notaufnahme für das Kreiskrankenhaus hat: Mit mehr als 14.000 Patientenkontakten jährlich ist sie die am stärksten frequentierte Abteilung des Hauses. Dabei ist die ZNA weit mehr als ein Ort, an dem Patienten nach einem Unfall oder bei akuten Beschwerden zunächst warten. Sie ist die zentrale Drehscheibe für die medizinische Erstversorgung. Hier laufen unterschiedliche Fachrichtungen, Pflege, Diagnostik, Rettungsdienst und weitere Bereiche des Krankenhauses zusammen. Der Anspruch: Patienten mit akuten Erkrankungen oder Verletzungen sollen qualifiziert, schnell und nach den aktuellen medizinischen Leitlinien versorgt werden. Unabhängig davon, ob es sich um eine vergleichsweise harmlose Verletzung oder einen lebensbedrohlichen Notfall handelt.

Kurze Wege, moderne Technik, ein eingespieltes Team

Dass die Modernisierung nicht allein eine Frage neuer Räume ist, wurde beim Rundgang besonders deutlich. Die ZNA wurde so konzipiert, dass kurze Wege für Patienten und Pflegepersonal entstehen und die verschiedenen Arbeitsschritte möglichst effizient ineinandergreifen. "Die ZNA ist so konzipiert, dass die Wege kurz sind. Hier läuft alles Hand in Hand", betonte Dr. Staszewicz. Zum Einsatz kommt zudem modernste medizinische Technik, darunter neue ärztliche Überwachungs- und Monitoringsysteme. Sie ermöglichen eine kontinuierliche Kontrolle wichtiger Vitalparameter und unterstützen Ärzte und Pflegekräfte dabei, Veränderungen des Patientenzustandes schnell zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Hinter dieser Technik steht ein Team, das die Abläufe kennt und im Ernstfall funktionieren muss: 14 Notfallpflegekräfte arbeiten in den verschiedenen Schichten in der Zentralen Notaufnahme. Sie bilden gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten das Rückgrat der täglichen Notfallversorgung.

Nicht die Reihenfolge entscheidet, sondern die Dringlichkeit

Wer eine Notaufnahme betritt, erlebt zunächst einen entscheidenden Schritt: die Ersteinschätzung, die sogenannte Triage. Geschultes Pflegepersonal beurteilt anhand der Beschwerden und Symptome, wie dringend eine medizinische Behandlung erforderlich ist. Das bedeutet auch: Wer später kommt, kann unter Umständen früher behandelt werden. Denn nicht die Reihenfolge des Eintreffens entscheidet, sondern die medizinische Dringlichkeit. Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen oder schweren Verletzungen werden unmittelbar versorgt. Im Schockraum können beispielsweise schwer verletzte oder akut lebensgefährlich erkrankte Menschen sofort behandelt werden.

Bei weniger dringlichen Beschwerden kann es dagegen zu Wartezeiten kommen. Eine Wartezeit bedeutet deshalb nicht automatisch, dass nichts passiert. Vielmehr wird kontinuierlich nach der Dringlichkeit priorisiert und bei Veränderungen des Gesundheitszustandes entsprechend reagiert.

Anerkennung aus der Politik

Auch die Vertreter der Politik bewerteten die Modernisierung positiv. Der heimische Bundestagsabgeordnete Wilhelm Gebhard, der Landtagsabgeordnete Dr. Martin Schörner sowie Rotenburgs Bürgermeister Weber zeigten sich von der zeitgemäßen, patientenfreundlichen und effizienten Gestaltung überzeugt. Besonders die Menschen, die hinter der Technik und den neuen Räumen stehen, rückten dabei in den Mittelpunkt. Der Bundestagsabgeordnete dankte ausdrücklich den, wie er formulierte, "aufopferungsvollen Pflegekräften" sowie den Ärztinnen und Ärzten, die täglich unter hohem Einsatz für die Patienten da seien.

Vom ersten Kontakt bis zur Diagnose

Der Weg durch die Zentrale Notaufnahme folgt einem klaren Prinzip. Nach der Anmeldung und Erfassung erfolgt die Ersteinschätzung. Anschließend beginnt die medizinische Diagnostik. Je nach Beschwerdebild können unter anderem Laboruntersuchungen, Ultraschall oder Röntgen notwendig sein. Ärzte und Pflegekräfte arbeiten dabei eng zusammen und stimmen die nächsten Schritte ab. Am Ende der Behandlung stehen unterschiedliche Möglichkeiten: Manche Patienten können nach der Untersuchung und Versorgung wieder nach Hause. Andere benötigen eine weitere Beobachtung oder müssen stationär aufgenommen und von einer entsprechenden Fachabteilung weiterbehandelt werden.

Ein Zusammenspiel vieler Bereiche

Moderne Notfallversorgung ist Teamarbeit. Die Zentrale Notaufnahme arbeitet deshalb eng mit den Fachabteilungen des Kreiskrankenhauses, den einweisenden Ärztinnen und Ärzten sowie dem Rettungsdienst zusammen. Gerade bei schweren Notfällen müssen Informationen schnell weitergegeben, Entscheidungen getroffen und Behandlungsschritte koordiniert werden. Die modernisierten Räume und die technische Ausstattung schaffen dafür die notwendigen Voraussetzungen. Die Einweihung machte damit nicht nur sichtbar, was sich räumlich verändert hat. Sie zeigte zugleich, wie viel Organisation, Erfahrung und Teamarbeit hinter einer funktionierenden Notfallversorgung steckt.

Ein Ort für Ausnahmesituationen

Eine Notaufnahme ist kein gewöhnlicher Krankenhausbereich. Hier treffen Menschen in sehr unterschiedlichen Situationen aufeinander: Patienten kommen mit Schmerzen, Angehörige mit Sorgen, Rettungskräfte bringen schwer verletzte Menschen, während Ärzte und Pflegekräfte gleichzeitig mehrere Fälle im Blick behalten müssen. Umso wichtiger sind klare Strukturen, kurze Wege und eine Ausstattung, die den medizinischen Anforderungen entspricht. Mit der Modernisierung der Zentralen Notaufnahme hat das Kreiskrankenhaus Rotenburg deshalb nicht allein in neue Räume und Technik investiert. Die 1,1 Millionen Euro sollen vor allem eines ermöglichen: bessere Bedingungen für die Menschen, die hier arbeiten und eine schnelle, moderne und patientenorientierte Versorgung für diejenigen, bei denen es manchmal tatsächlich um jede einzelne Minute geht. (Jürgen Böthig) +++

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