Rege Diskussionen bei Ausschuss-Sitzung
Bau des Mehrfamilienhauses "Am Lax 13" erhitzt die Gemüter
Fotos: Kevin Hildebrand
13.08.2026 / BAD HERSFELD -
Die Sitzung hatte noch nicht mal begonnen, schon waren alle Plätze in der Bad Hersfelder Stadthalle restlos vergriffen. Zusätzliche Stühle mussten beschafft werden, ehe die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Umwelt und Klima am Mittwochabend beginnen konnte. Der Grund: die erneute Diskussion um das Bauvorhaben eines Mehrfamilienhauses "Am Lax 13" in der Lullusstadt, welches das Interesse zahlreicher Anwohner weckt.
Extra dafür hatten sich rund 30 Bürger eingefunden, die meisten von ihnen Mitglied der "Siedlergemeinschaft Am Lax", die dem Bauvorhaben kritisch gegenüberstehen.
Der Antoniusplatz soll ein Highlight am Quartier-Gelände werden
Bevor es jedoch um dieses Thema ging, hatte das für den Antoniusplatz zuständige Architekturbüro aus Mainz das Wort und zeigte mit einer Präsentation, wie dieser Platz zu einer "grünen Oase" in der Hersfelder Innenstadt werden soll. Der Antoniusplatz liegt direkt zwischen dem in diesem Jahr eröffneten Quartier und dem Neubau des Stadtarchivs.Hier soll zukünftig eine grüne Fläche mit Aufenthaltsqualität entstehen. Das Besondere: grüne Flächen mit Rasen und Bänken laden zum Verweilen ein, eine Vielzahl an Bäumen schafft schattige Plätze und zahlreiche Pflanzen sorgen für einen runden Abschluss. Alle Flächen sollen barrierefrei sein – und letzten Endes auch dafür sorgen, dass das Quartier mehr Zulauf bekommt. Seitens der Stadt Bad Hersfeld fügte man hinzu, dass sich das Projekt noch in der Planungsphase befinde, Umbauarbeiten der Fläche können erst beginnen, wenn die Bauarbeiten des Stadtarchivs beendet seien. Wann dem soweit ist, sei noch nicht genau definierbar.
Glasfaser, Bahnprojekt und mehr
In den folgenden Tagespunkten ging es zunächst um zehn Kernforderungen des Ausschusses an die "DB InfraGO" für das Bahnprojekt Fulda-Gerstungen. Dazu zählen beispielsweise ein ausreichender Schallschutz, die Betrachtung des Gesamtlärms sowie eine Anbindung der Knüllwaldbahn an die neue geplante Strecke. Die Stadtverordneten stimmten den Kernforderungen einstimmig zu, die nun der Deutschen Bahn vorgelegt werden. Letzten Endes entscheidet aber der Bundestag, ob diese Kernforderungen Beachtung finden oder nicht.Zudem hatten die Freien Wähler bei der letzten Ausschuss-Sitzung eine Prüfung der Förderung des Glasfaserausbaus für die Stadtteile Allmershausen, Heenes, Kathus und Sorga beantragt. Bürgermeisterin Anke Hofmann sagte, man sei hier mit der Baufirma TNG in Kontakt gewesen. Deren Rückmeldung: das Interesse an Glasfaser aus den genannten Stadtteilen sei zu gering, dennoch gäbe es die Möglichkeit auf Förderungen. Konkrete Fortschritte gab es aber noch nicht zu vermelden, das Thema wird also auch in zukünftigen Sitzungen wieder auf den Tisch kommen.
Hitzige Debatte aufgrund des Bauvorhabens "Am Lax 13"
Dann stand endlich das Thema mit dem größten Publikumsinteresse auf dem Programm: das Bauvorhaben eines Mehrfamilienhauses "Am Lax 13". Die Stadt Bad Hersfeld erläuterte in Form Johannes van Horrick, Magistrat der Kreisstadt Bad Hersfeld, dass man bereit sei, mehrere Befreiungen für das Bauvorhaben zu erlassen, beispielsweise bei der Geschossigkeit. Zudem liege die Zustimmung der unmittelbaren Nachbarn zu dem Bau vor, weswegen man keine Einwände habe.Vor allem seitens SPD und CDU gab es hier aber Widerstand. Der Grund: mit diesen Befreiungen werde der Sinn und Zweck eines ursprünglichen Bebauungsplans entwertet. Außerdem schaffe man damit einen Präzedenzfall, der in Zukunft weitere Probleme in diesem Baugebiet schaffen könnte.
Ausschuss lehnt das Bauvorhaben ab
Nach langem hin und her kam es zur Abstimmung über das Bauvorhaben – und während sich zahlreiche Ausschuss-Mitglieder enthielten, stimmten SPD und CDU dagegen. Ein Erfolg für Claudius Cieslik, 1. Vorsitzender der "Siedlergemeinschaft Am Lax". Er sagte im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS nach der Versammlung: "Wir sind nicht grundsätzlich gegen den Bau und wir sind auch nicht gegen Modernisierung. Aber in diesem Ausmaß ist das einfach zu viel. Der Bauturbo erlaubt einfach alle Grenzüberschreitungen, deswegen ist es ein guter Schritt, dass der Ausschuss gegen das Vorhaben stimmte."In der Wohnbausiedlung, in der hauptsächlich 1,5 geschossige Gebäude stehen, würde der Neubau mit seinen Dimensionen zu stark herausstechen. Ob das Mehrfamilienhaus, welches am Ende sieben Wohnungen beinhalten soll, wird final am 20. August entschieden. (Kevin Hildebrand) +++