Mangel an bezahlbarem Wohnraum
Projekt 'Wohnen für Hilfe': Studierende tauschen Arbeitskraft gegen Wohnraum
Fotos (3): Hochschule Fulda
19.08.2026 / FULDA -
Der Wohnungsmarkt in Fulda ist für viele Menschen eine teure Angelegenheit. Bezahlbarer Wohnraum ist besonders für Studenten schwer zu finden. Aus diesem Grund hat die Hochschule Fulda das Projekt "Wohnen für Hilfe" ins Leben gerufen. Studenten stellen ihre Arbeitskraft zur Verfügung und erhalten Wohnraum im Gegenzug.
"Jedes Semester starten viele neue Studierende in Fulda ihre Ausbildung oder ihr Studium. Vor allem die Suche nach bezahlbarem Wohnraum stellt bei Studienbeginn die jungen Menschen aus aller Welt vor eine große Herausforderung", erzählt Stefanie Krecek, Koordinatorin des Projekts. "Mit dem Projekt 'Wohnen für Hilfe' sollen Wohnraumgebende und Wohnraumsuchende in 'Wohnpartnerschaften' zusammengebracht werden."
Arbeitskraft für Wohnraum
Das Konzept hinter 'Wohnen für Hilfe' ist nicht neu. Ursprünglich in den 1970er-Jahren in Amerika entstanden, schwappte die Idee Mitte der neunziger Jahre auch nach Europa. Als wichtiger Meilenstein gilt das gleichnamige Projekt in Darmstadt, das bereits 1996 erstmals umgesetzt wurde und an vielen weiteren Orten in Deutschland Anwendung findet, darunter Köln, München und Freiburg.Zwei Probleme - Eine Lösung
Es ist eine besondere Form des WG-Zusammenlebens, die jedoch zwei Probleme auf einmal löst. Studierende suchen bezahlbaren Wohnraum und ältere Menschen Hilfe im Alltag oder manchmal auch einfach Gesellschaft. Dabei richtet sich das Angebot aber auch an "Familien, Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderung", so Stefanie Krecek. "Am Ende ist es eben mehr als ein Dach über dem Kopf".Mitte Juni hatte die Hochschule Fulda das Projekt gestartet. Seither können sich Wohnungssuchende sowie Vermieter auf der offiziellen Homepage der Hochschule Fulda über das Kontaktformular registrieren. Die Nachfrage ist in diesem Zeitraum deutlich höher, als man zunächst angenommen hatte. "Seit wir mit der Idee Mitte Juni 2026 an die Öffentlichkeit gegangen sind, haben sich einige viele Wohnraumgeber und Wohnraumnehmer bei uns gemeldet. Mehr als wir gedacht haben. Eine Wohnpartnerschaft konnten wir bis heute schon vernetzen. Das motiviert natürlich", so Stefanie Krecek. (kru) +++