Ein Blick in die Region
Wenn Osthessen austrocknet: Wasser wird knapp, Feuer zur Dauergefahr
Fotos: Marvin Myketin
12.08.2026 / REGION -
Braune Wiesen, staubtrockene Äcker, niedrige Wasserstände und immer neue Brände: Die anhaltende Trockenheit trifft Osthessen inzwischen mit voller Wucht. Was lange vor allem an ausgedörrten Grünflächen sichtbar war, hat mittlerweile ganz konkrete Folgen für die Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Natur und Feuerwehren.
Wie ernst die Situation ist, zeigt sich seit Montag, 10. August, besonders deutlich in Petersberg. Die Gemeinde hat den Trinkwassernotstand festgestellt. Auch die Fuldaer Stadtteile Dietershan und Bernhards sind betroffen. In Petersberg übersteigt der Verbrauch inzwischen die Fördermenge, die Hochbehälter geraten an ihre Grenzen. Rasenbewässerung, Autowäsche oder das Befüllen von Pools mit Trinkwasser sind deshalb untersagt.
Wasserverbrauch deutlich über Durchschnitt
Schon wenige Tage zuvor hatten Fulda, Petersberg, Eichenzell, Ebersburg und die RhönEnergie eindringlich zum Sparen aufgerufen. Rund 20,5 Millionen Liter Wasser pro Tag wurden zu diesem Zeitpunkt gefördert - etwa 40 Prozent mehr als im Durchschnitt. Gleichzeitig führen Quellen weniger Wasser und die Stände in den Tiefbrunnen sinken. "Bitte sparen Sie Wasser - und verzichten Sie konsequent auf jeden vermeidbaren Wasserverbrauch", lautete der gemeinsame Appell. Trockenheit trifft die Landwirtschaft
Für die Bauern sind die braunen Wiesen allerdings weit mehr als nur ein ungewohnter Anblick. Der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell vor gravierender Bodentrockenheit. Während Getreide und Raps vergleichsweise glimpflich durch die trockenen Wochen gekommen sind, leiden vor allem Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben unter dem fehlenden Wasser. Regional drohen deutliche Schäden. Teilweise ist bereits ein Grünlandschnitt ausgefallen - gerade für Viehhalter kann das später weniger Futter bedeuten.Auch die Wälder leiden
Nicht nur Wiesen und Äcker kämpfen mit der Trockenheit. Im Forstamt Burghaun sind die Folgen ebenfalls sichtbar. "Die Bäume leiden. Je nachdem, wie lange die Trockenphasen andauern, kann es zu Absterberscheinungen kommen", erklärt Forstamtsleiter Sebastian Keidel. Besonders Buchen reagieren empfindlich auf extreme Sonneneinstrahlung.Die Feuerwehren im Landkreis Fulda warnen deshalb seit Wochen vor der hohen Gefahr auf Wiesen, Feldern und in Wäldern. Trockene Vegetation kann sich innerhalb kürzester Zeit entzünden und Feuer rasch weitertragen.