Demokratie braucht Inklusion
"Ich mach' mein Ding!" - Lebenskonzept von antonius für mehr Selbstständigkeit
Fotos: Felix Weigl
12.08.2026 / FULDA -
Kann das Lebenskonzept "Ich mach' mein Ding!" der Bürgerstiftung "antonius: gemeinsam Mensch" und Perspektiva deutschlandweit als Vorbild dienen? Häufig folgt für junge Menschen mit Behinderung nach der Förderschule ein Wechsel in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Nicht so beim Lösungsansatz aus Fulda.
"Eine eigene Wohnung haben, eigenes Geld verdienen, diese Selbstständigkeit zu erreichen, ist wichtig und gibt Selbstvertrauen", erklärt Alexander Gies, Leiter der Kommunikation von antonius, gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Um das zu erreichen, bedarf es nicht unbedingt mehr Geldes für die Inklusion. Das Geld muss nur besser genutzt werden.
Konzept für ganz Deutschland?
"Ich bin sehr dankbar, dass sich Herr Dusel heute so viel Zeit genommen hat, um sich über die vielfältigen Perspektiven von antonius und Perspektiva zu informieren und konkrete Beispiele mitzunehmen, die dabei helfen können, die Rahmenbedingungen für Menschen mit Beeinträchtigung zu verbessern und eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen können", so Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) gegenüber O|N.Inklusion ist urdemokratisch
2018 wählte Dusel als Motto seiner Amtszeit "Demokratie braucht Inklusion". "Wenn wir über Inklusion reden oder auch mal streiten, dann reden wir nicht über etwas Nettes, was wir tun, oder um etwas Karitatives, sondern um etwas Urdemokratisches. Menschen mit Behinderungen sind Bürger dieses Landes und sie haben die gleichen Rechte wie alle anderen Menschen auch. Und es macht mir große Sorgen, dass wir politische Kräfte erleben, die Demokratie und Inklusion nicht attraktiv finden."Während nun in Berlin über den Umbau des Sozialstaates und Kürzungen diskutiert wird, geht der Blick nach Fulda. Wie echte Teilhabe gelingen kann, ohne das System zu überlasten, zeigt der Fuldaer Ansatz des Unternehmernetzwerkes Perspektiva und antonius. (fw) +++