20.000 feiern heiße Tage

Das war das Open Flair 2026: Ein letzter Tanz bis die Ärzte kommen - Bilder

Bosse und das Publikum beim Open Flair - was eine Stimmung am Sonntagabend in Eschwege
Fotos: Hans-Hubertus Braune

12.08.2026 / ESCHWEGE - Perfekter geht's kaum: Das 42. Open Flair-Festival in Eschwege hat einmal mehr alle Erwartungen mindestens erfüllt. Fünf Tage lang Traumwetter mit ganz viel Sonne, Wärme und einer angenehm friedlichen Atmosphäre. Über 20.000 Menschen feierten das beliebte Festival in der Kreisstadt des Werra-Meißner-Kreises.



Zum Abschluss der fünf wilden Tage begeisterten Bosse und Biffy Clyro am Sonntagabend das Publikum mit fulminanten Shows. Bosse ist seit vielen Jahren regelmäßig beim Open Flair und setzte mit dem Projekt "Hirn gegen Hass" ein deutliches Signal. Beeindruckend war zudem der 30-köpfige Open Flair-Chor, welchen die Band im Vorfeld über Social Media initiiert hatte. Was ein Start ins Konzert, welches mit einem "letzten Tanz" nach gut 75 Minuten endete.

Erster Headliner für das Jahr 2027: Die Ärzte

In den Tagen zuvor hatten die vielen Acts in den unterschiedlichen Genres, etwa von Zartmann, SDP, Dritte Wahl, Dropkick Murphys, Donots, Feine Sahne Fischfilet und viele mehr, für Gänsehautmomente gesorgt. Und für nächstes Jahr hat der Arbeitskreis für Musik bereits einen echten Knaller buchen können: Die Ärzte kommen 2027 aufs Open Flair. Ihre eigene Hallen-Tour durch Deutschland ist bereits restlos ausverkauft. Ein Fact mehr, um frühzeitig Tickets fürs Flair zu ordern.

Am Fuße der sympathischen Kleinstadt verwandelten sich die Getreidefelder in eine riesige Camping-Area. In Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen bauten sich die tausenden Besucher ihre ganz eigene Welt auf Zeit auf. Abseits vom Alltag, abseits von Stress, Perfektionismus und Terminhetzerei einfach mal das machen, was einem gerade in den Sinn kommt, und das Leben einfach leben lassen. Auch das OSTHESSEN|NEWS-Team ist in diese Atmosphäre eingetaucht. "Es ist einfach nochmal was ganz anderes, man kommt in Sekunden mit wildfremden Menschen in Kontakt. Gespräche entstehen und man erweitert seinen eigenen Horizont. Es ist wie Urlaub. Gut, Ruhe gibt es hier nicht wirklich. Aber wer will das schon auf einem Festival?", sagt O|N-Chefreporter Hans-Hubertus Braune.

Ebenso imponierend: Über 2.000 ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass es den Festivalbesuchern an nichts fehlt. Wo sonst gibt es eine so große Gemeinschaft? Viele kommen Jahr für Jahr wieder, um einfach dabei zu sein. Um kilometerweit Bauzäune aufzustellen, Einweiser zu machen, die Security zu unterstützen, den Besuchern helfend zur Seite zu stehen, einfach überall präsent zu sein. Es ist dieser feine Unterschied zu anderen, weitaus größeren und auf Gewinn ausgerichteten Veranstaltungen, die zunehmend die schwierigen Herausforderungen kaum mehr stemmen können. Der Kostendruck macht natürlich auch vor dem Flair nicht Halt, und lässt sich wohl nur mit der Kraft des Engagements von Flair-Chef Alex Feiertag und seinem Team aus so vielen Ehrenamtlern meistern.

Zurück zur Atmosphäre: Der nahe Werratalsee, die Fußgängerzone in der Nachbarschaft und das urbane Leben in der Brückenstraße, die Straßenkünstler, die spontanen Gigs, Yoga, Gottesdienst auf der Waldbühne und dazu das großartige und vielfältige Programm auf den diversen Bühnen machen dieses Festival so einzigartig und in Umfragen immer wieder zum beliebtesten Festival in Deutschland.

Auffallend viele Kinder sind hier mit ihren Eltern unterwegs und genießen genauso diese Atmosphäre, wie das ältere Semester mit Rollator. Das Flair ist ein friedvolles, ein vielfältiges Festival. Die Polizei zieht ebenfalls ein positives Fazit: "Es war ein friedliches Festival. Wir hatten Straftaten in einem äußerst niedrigen zweistelligen Bereich zu verzeichnen", sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums. Dabei handelt es sich um Diebstahl, Betrugsversuche im Zusammenhang mit Tickets und ganz vereinzelte Körperverletzungen sowie Beleidigungen. Das Konzept der Polizeiführung ist aufgegangen. Und das der Veranstalter, dem Verein Arbeitskreis für Musik, sowieso. (hhb/av/lv) +++

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