Lernen bei Extremtemperaturen

Hitzewelle hält weiterhin an - was Schulen nun tun können

Nach den Sommerferien startet in Hessen wieder der Unterricht - während der anhaltenden Hitzewelle
Symbolbild: O|N/Charlie Rolff

14.08.2026 / REGION - Die Sommerferien in Hessen sind vorbei, vom Freibad geht es ins Klassenzimmer. Während in den Ferien noch ein Sprung ins kühle Nass geholfen hat, kann die Hitze in den Klassenräumen schnell zum Problem werden. Und Abkühlung ist nicht in Sicht.


Die Hitzewelle macht der Region weiter zu schaffen, für die Schüler geht es heute wieder in die Klassenräume. Weiterhin übersteigt das Thermometer die 30-Grad-Marke, klimatisierte Schulen sind selten. Bereits vor einigen Monaten berichtete OSTHESSEN|NEWS.

Schulleitung entscheidet über Maßnahmen

Klimaanlagen sind an deutschen Schulen immer noch die Ausnahme. Hohe Kosten und Vorgaben für die Gebäude machen die flächendeckende Anschaffung schwierig. Und Hitzefrei sollte eher die Ausnahme bleiben. Ob und wann etwas unternommen wird, entscheidet am Ende die Schulleitung. Als Maßstab dient dabei die Raumtemperatur selbst. Überschreitet diese einen kritischen Wert, müssen Maßnahmen ergriffen werden.

So kann beispielsweise der Unterricht an anderen Orten stattfinden. Wenn die Möglichkeit besteht, ist es denkbar, den Unterricht an schattigeren Orten durchzuführen. Eine weitere Entlastung der Schülerinnen und Schüler ist der Verzicht auf Hausaufgaben oder häufigere Trinkpausen.

Der stellvertretende Amtsleiter des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Fulda, Harald Persch, stellt dazu klar: "Unterricht bei großer Hitze ist durch das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen in einem Erlass geregelt."

Bedingt durch den fortschreitenden Klimawandel wird bundesweit über die Auswirkungen von Hitzephasen auf öffentliche Einrichtungen diskutiert. Dies betrifft unter anderem Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, aber auch Schulen und Kindertagesstätten.

Landkreis Fulda reagiert

Auch der Landkreis Fulda befasst sich mit dem Thema für seine Einrichtungen. Die Schulgebäude haben durch Standort, Baujahr und andere Gegebenheiten eine sehr heterogene Struktur. Bei Neubaumaßnahmen werden moderne Belüftungsanlagen (keine klassischen Klimaanlagen) eingebaut.

Da der Landkreis ohnehin regelmäßig die Schulen an rund 70 Standorten sukzessive saniert und ertüchtigt, werden dabei ebenfalls moderne Dämmsysteme eingebaut und Möglichkeiten zur Verschattung geschaffen.
Weitere Schulen verfügen über Lüftungsgeräte in den Klassenräumen.

Eine flächendeckende Ausstattung der Schulen ­– rund 200 Gebäude an fast 70 Standorten im Landkreis – mit Klimaanlagen wäre im Hinblick auf die Kosten nicht darstellbar, zumal dies über die Schulumlage die Haushalte der Städte und Gemeinden träfe.

Zugute kommt den Schulen im ländlichen Raum, dass diese häufiger weniger versiegelte Flächen aufweisen und in eine grünere Umgebung eingebettet sind als Schulen in größeren Städten. Das ist nicht nur für die Pausenzeiten von Vorteil, sondern hat generell einen positiven Einfluss auf die klimatischen Bedingungen. Die Schulen in der Trägerschaft des Landkreises Fulda werden auf Wunsch mit einem Trinkwasserspender ausgestattet.

Kreisschülerrat schlägt Alarm

Auch der Kreisschülerrat Hersfeld-Rotenburg schlägt angesichts der zunehmenden Hitzewellen bereits Alarm. In einer Pressemitteilung fordert er die schrittweise Ausstattung der Klassenzimmer mit Klimaanlagen sowie die Installation von Trinkwasserspendern. "Extreme Hitze macht Klassenzimmer regelmäßig zu Orten, an denen konzentriertes Lernen kaum noch möglich ist. Wer jetzt zulässt, dass Unterricht zusätzlich wegen Hitze ausfällt, verschärft die Bildungskrise sehenden Auges. Das können wir uns als Land schlicht nicht leisten", erklärt Elias Philipp Herzog, Kreisschulsprecher.

Kritisiert wird, dass es bei der politischen Debatte häufig bei Symbolpolitik bleibt. Notlösungen statt moderner Schulgebäude sei der falsche Weg. "Es ist absurd, dass Klimaanlagen in Klassenzimmern noch immer als Luxus gelten. Dabei verbringen Schüler dort täglich viele Stunden. Gute Bildung braucht funktionierende Lernbedingungen, nicht Durchhalteparolen. Wer Bildung wirklich zur Priorität erklärt, muss endlich handeln und wirksame Maßnahmen zur Bewältigung extremer Hitze umsetzen", so Herzog abschließend. (fw) +++

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