Neues Wahrzeichen für Marbach

Richtfest der "Moarbicher Speeketze"-Figuren

Die "Moarbicher Speeketze"-Figuren in Marbach
Fotos: Anna Weißenberger

02.08.2026 / PETERSBERG - Sie stehen für Heimatverbundenheit, Tradition und für die Geschichte eines ganzen Ortes: Mit der Errichtung zweier hölzerner Figuren hat der Heimatverein Marbach schon zwei Jahre vor der großen 800-Jahr-Feier ein echtes Wahrzeichen geschaffen. Die zwei Figuren, die auch "Marbacher Speeketze" genannt werden, bereichern seit Samstag das Ortsbild des 2.500 Einwohner Dorfes. Doch hinter dem Projekt steckt weit mehr als nur die Vorbereitung auf das Dorfjubiläum, denn es erfüllt den Herzenswunsch eines Mannes, der tief in Marbach verwurzelt ist.



In Eichenzell sind die Einwohner als "Weckfresser" bekannt, in Hünfeld als die "Galbeern" und in Marbach werden die Einwohner seit jeher die "Speeketze" genannt - und das aus einem bestimmten Grund, wie Ortsvorsteher Michael Wahl erklärte: "Die Marbacher haben früher überwiegend Späne, aber auch andere landwirtschaftliche Waren, zum Markt nach Fulda gebracht. Transportiert haben sie diese in Ketzen, die sie selbst gefertigt und auf dem Rücken getragen haben."

Projekt für die Dorfgemeinschaft

Dass die beiden "Moarbicher Speeketze" nun das Ortsbild schmücken, ist einem besonderen Mann zu verdanken: Günter Sagan. "Zu seinem 85. Geburtstag hat er seine Gäste gebeten, statt Geschenken für den Heimatverein zu spenden. Von dem Geld sollte etwas für die Dorfgemeinschaft getan werden", erinnerte sich der Ortsvorsteher zurück. Daraus sei schließlich die Idee mit den Holzfiguren entstanden. "Damit der Günter auch noch mit eigenen Augen sehen kann, was seine Spende bewirkt hat, findet das Richtfest jetzt schon zwei Jahre vor dem Jubiläum statt", so Wahl.

"Großartige Leistung"

Angefertigt hat die Figuren ein Schnitzer aus dem Erzgebirge, der zur Weihnachtszeit auch auf dem Fuldaer Weihnachtsmarkt zu finden ist. Dass die Marbacher mehr als zufrieden mit ihren beiden "Speeketzen" sind, zeigten die lobenden Worte von Gerda Aschenbrücker, erste Vorsitzende des Heimatvereins: "Ein solches Werk entsteht nicht von alleine. Trotz Wind und Wetter hat der Holzschnitzer aus dem Erzgebirge wirklich Großartiges geleistet." Sie nutze außerdem die Gelegenheit, um sich auch bei der Gemeinde Petersberg und weiteren fleißigen Helfern zu bedanken: "Vielen Dank an die Gemeinde, die uns diesen tollen Platz zur Verfügung gestellt hat. Doch was wäre ein Denkmal ohne Fundament? Hierfür hat uns Dirk Bartelt Geräte zur Verfügung gestellt und uns auch mit großem persönlichen unterstützt."

"Funktionierende Dorfgemeinschaft"

Stellvertretend für Bürgermeisterin Brandes würdigte Torsten Jahn Glückwünsche den Einsatz des Heimatvereins: "Das Engagement hier in Marbach ist keine Selbstverständlichkeit und es zeigt, wie wertvoll eine funktionierende Vereinsgemeinschaft ist. Davon können sich viele andere Orte auf jeden Fall eine Scheibe abschneiden." (Anna Weißenberger) +++

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