1.000 Arbeitsplätze in Gefahr!
Dämpfer für Edeka: Bundeskartellamt droht mit Tegut-Ablehnung
Archivbild: O|N
31.07.2026 / REGION -
Harter Dämpfer für Edeka und vor allem tausende Mitarbeiter des Lebensmittelhändlers Tegut. In einem ersten Entscheidungsentwurf hat das Bundeskartellamt die Übernahme eines Großteils der Tegut-Filialen untersagt. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll die Behörde "37 wettbewerblich kritische Markträume" festgestellt haben.
Die Behörde war am späten Donnerstagnachmittag nicht mehr erreichbar. Allerdings bedeutet diese Entscheidung nicht das Aus der Verhandlungen. Edeka hat bereits gegenüber dem Bundeskartellamt sogenannte Zusatzangebote übergeben. Das bedeutet offenbar, dass auf zumindest einen Teil der Regionen verzichtet werden soll.
Das Bundeskartellamt prüft nach einem Bericht von "Lebensmittelpraxis.de" dieses Zusatzangebot und hat das Hauptprüfverfahren deshalb bis zum 23. September 2026 verlängert. Die Mitarbeiter von Tegut müssen also weiterhin um ihre Zukunft bangen und wissen nach wie vor nicht, ob und wie es weitergeht. Kleinere Filialen können inzwischen an einzelnen Standorten von "Tante Enso" übernommen werden. Auch die Rewe-Group will 40 Filialen übernehmen. Aber auch hier steht die Entscheidung des Bundeskartellamtes noch aus.
Staatsminister Pentz: "Tegut-Mitarbeiter brauchen unbürokratische Zuversicht"
"Mit dem Tegut-Aus verschwindet eine hessische Marke aus unseren Städten und Dörfern. Dass gerade jetzt die Teil-Übernahme durch Edeka vom Bundeskartellamt blockiert wird und 1.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, ist verantwortungslos. Die Tegut-Mitarbeiter brauchen unbürokratische Zuversicht - es geht um ihre Existenz", sagt der hessische Staatsminister Manfred Pentz (CDU) zu OSTHESSEN|NEWS und betont: "Angesichts der Kraftstoffpreise frage ich mich, ob das Kartellamt seine Prioritäten richtig setzt. Der Schutz des Wettbewerbs ist wichtig – keine Frage. Aber wenn am Ende Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität auf dem Spiel stehen, geht es zu weit. Gleichzeitig haben viele Bürger den Eindruck, dass sie bei den Kraftstoffpreisen den Kürzeren ziehen, ohne dass sich daran spürbar etwas ändert. Gerade dort, wo Verbraucher jeden Tag die Auswirkungen im Portemonnaie merken, erwarten sie ein entschlossenes Vorgehen der Behörden."