Demo am 1. August
CSD setzt besonderes Zeichen: "Farbe Schwarz als politische Aussage"
Der CSD in Schlüchtern steht bevor. Dieses Mal mit einer Besonderheit.
Symbolfoto: O|N/Martin Engel
31.07.2026 / SCHLÜCHTERN -
"Charakter, Stärke, Demokratie" - unter diesem Motto steht der Christopher Street Day (CSD) in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) in diesem Jahr. Am Samstag, 1. August, gehen queere Menschen und all ihre Unterstützer gemeinsam auf die Straße. Dieses Mal mit einer Besonderheit: Die gewöhnliche Regenbogenvielfalt bleibt aus, prägend soll die Farbe Schwarz sein.
Vor wenigen Tagen überschattete der Anschlag auf die CSD-Großveranstaltung in Berlin die friedlichen Feierlichkeiten (O|N berichtete mehrfach). Mit einem Fahrzeug raste der Attentäter in eine Menschenmenge. Eine Frau wurde dabei getötet, mehrere Menschen teils schwer verletzt. Auch Menschen aus Osthessen nahmen die schrecklichen Ereignisse vor Ort wahr. Entsetzen, Wut und Trauer verbinden sie. Gewalt und politisch motivierte Straftaten gegen die LGBTIQ+-Gemeinschaft sind nach wie vor harte Realität.
Haltung, Stärke und klare politische Botschaft
Wie es auf der Veranstaltungsseite des Vereins "Queer* Main-Kinzig" heißt, werden alle Teilnehmenden der Demo dazu eingeladen, sich überwiegend in Schwarz zu kleiden. Die Organisatoren hierzu: "Hinter dieser Entscheidung steckt Haltung, Stärke und eine klare politische Botschaft." In der Geschichte der LGBTQI+-Bewegung habe die Farbe eine "vielschichtige, tiefe Bedeutung" gezeigt. "Sie steht für Trauer um all jene, die durch Diskriminierung, Gewalt, HIV/AIDS oder Suizid verloren wurden. Sie steht für die Unsichtbarkeit, die queere Menschen in konservativen oder feindseligen Umgebungen täglich erleben - das Schweigen, das erzwungen wird, die Identität, die verleugnet werden muss. Schwarz ist zugleich eine Farbe der Würde und des Widerstands."
"Lassen uns nicht einschüchtern"
Somit hält sich der CSD in Schlüchtern in dieser Auflage in bedeckter Farbe. "Wir wollen aufzeigen, was noch nicht erreicht ist. Wir wollen sichtbar machen, was noch immer im Dunkeln liegt." Haltung zeigen sei das richtige Stichwort. "Die Haltung derer, die sich nicht einschüchtern lassen. Die Haltung derer, die im Alltag schweigen müssen und am 01. August laut sein werden. Die Haltung derer, die Demokratie nicht als selbstverständlich hinnehmen", stellen die Organisatoren nochmal heraus.
Das sagt die Polizei mit Blick auf die Großveranstaltung
Die Sicherheitslage steht natürlich umso mehr im Fokus. Das zuständige Polizeipräsidium Südosthessen in Offenbach teilt auf OSTHESSEN|NEWS-Nachfrage mit: "Die Polizei in Hessen führt anlässlich von Veranstaltungen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger sowohl offene als auch verdeckte Maßnahmen durch."
Laut Pressestelle zählen hierzu beispielsweise eine erhöhte polizeiliche Präsenz an den frequentierten Örtlichkeiten sowie eine erhöhte Kontrollintensität, auch in der Wahrnehmung der Besucherinnen und Besucher. "Die Polizei wird jeweils auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmte Einsatzkonzepte erstellen und umsetzen. In diesem Zusammenhang werden Lageerkenntnisse, Gefährdungsbewertungen und Schlussfolgerungen regelmäßig mit den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder erörtert sowie Maßnahmenpakete angepasst und lageangemessen abgestimmt."
Die Polizeibehörden stünden dabei stets im engen Kontakt zu den städtischen und kommunalen Gefahrenabwehrbehörden sowie den Veranstaltern. "Die hessische Polizei gewährleistet damit unter Berücksichtigung aller im Kontext von Großveranstaltungen stehender Deliktsfelder mit großem personellen Einsatz die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land." Wie viele Kräfte am Samstag zum Einsatz kommen, könne aus einsatztaktischen Gründen nicht kommuniziert werden.
Am Ende soll vor allem eines bei der Demo im Mittelpunkt stehen: ein friedliches Miteinander, bei dem Hass, Ausgrenzung und Gewalt keinen Platz finden. (mkr) +++