Natur - Schönheit - Vergänglichkeit
Künstlerinnen schaffen Raum für Gespräche über Bestattungskultur
Ausstellung im Franzosenwäldchen in der Friedhofskapelle.
Fotos: A. A. Beckmann
30.07.2026 / FULDA -
Natur-Schönheit-Vergänglichkeit - unter diesem Titel läuft aktuell die Ausstellung in der ehemaligen Friedhofskapelle im Franzosenwäldchen Fulda. Besucherinnen und Besucher haben noch bis zum 2. August die Möglichkeit, vor Ort Eindrücke zu sammeln. Dabei sind Raum-Installationen und Objekte von Karina Kubecka (Papierwerkstatt Eichenried) und Angelika A. Beckmann (Urnenwerkstatt Petersberg) in Szene gesetzt worden.
Der etwas andere Ausstellungsraum wird vom Vonderau Museum zur Verfügung gestellt. Es ist bereits das zweite Jahr, dass Künstlerinnen und Künstler hier mitgestalten können. Seit Anfang Juli laden die beiden freischaffenden Künstlerinnen zum Austausch rund um das Thema Bestattungskultur ein. Die Urnenwerkstatt von Beckmann etwa ist seit einigen Jahren bereits in Petersberg zu finden. Sie hat sich unter anderem auf handgefertigte Urnenunikate aus hochwertigen Materialien spezialisiert.
"Alle Objekte sind Unikate"
Diese Expertise spiegelt sich auch vor Ort wider. Während sich Karina Kubecka auf frei gestaltete kleinere bis raumhohe Papierbahnen konzentriert, präsentiert Beckmann ihre nachhaltig produzierten Urnen aus handgeschöpften Papieren und Ton, ebenso rituelle Sargtücher und Sargbänder aus unterschiedlichen Materialien. Gegenüber O|N zieht sie Bilanz: "Unsere Ausstellung im Franzosenwäldchen wird erstaunlich gut angenommen. Das Thema 'wie kann der Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit indvidueller und natürlicher als bisher gestaltet werden"' ist in Fulda mitten in der Gesellschaft angekommen. Nicht zuletzt trägt dazu die schöne alte Kapelle und das parkähnliche Franzosenwäldchen dazu bei!"
Umfangreiches Begleitprogramm
Neben der Ausstellung gab es bisher ein Begleitprogramm, sei es zur Geschichte des Friedhofs, der Nutzung von Sargtüchern oder einer Gesprächsrunde mit dem Hospizverein. "Natur-Schönheit-Vergänglichkeit" ist noch von Freitag bis Sonntag (2.8.) zwischen 14 und 18 Uhr zu sehen. Auch sind Termine nach Vereinbarung möglich. Beckmann abschließend: "Wir greifen das Thema Sterben und Tod auf eine etwas andere Art und Weise auf und möchten uns mit den Menschen damit auseinandersetzen und in Austausch treten." (mkr) +++