Vom eigenen Acker auf den Teller

Mehrfach getestet, Lieferanten offengelegt: Lindengut erhält Genuss-Urkunde

Anja Lindner, Geschäftsführerin Lindengut (li.) und Gudrun Heidorn, Conviviumleitung Slow Food Fulda – Rhön-Vogelsberg
Fotos: Slow Food Deutschland e.V.

28.07.2026 / FULDA - Anonyme Restaurantbesuche, strenge Qualitätskriterien und am Ende sogar der offene Blick auf die Lieferanten: Das Bio-Restaurant Lindengut in Dipperz hat das aufwendige Prüfverfahren bestanden. Erstmals zeichnete das Slow Food Convivium Fulda - Rhön-Vogelsberg den Betrieb mit der Genussführer-Urkunde aus.



Überreicht wurde die Auszeichnung vor Ort an Geschäftsführerin Anja Lindner. Gudrun Heidorn, Leiterin des Conviviums Fulda, nahm die Übergabe gemeinsam mit Arthur Schulz, dem Leiter der zuständigen Testgruppe, vor.

Zutaten überwiegend aus eigener Herstellung

Das Lindengut ist ein Demeter-Betrieb, der Landwirtschaft, Hofladen, Tagungshotel und Restaurant miteinander verbindet. Der überwiegende Teil des kulinarischen Angebots stammt aus eigener Herstellung. Nach mehreren Besuchen der regionalen Genussführer-Gruppe wurde das Restaurant für die Auszeichnung vorgeschlagen. Anschließend bestätigte die Genussführerkommission das Ergebnis. Sie überprüft, ob die Anforderungen von Slow Food eingehalten werden.

Mit dem Lindengut gibt es innerhalb des Gebiets der Regionalgruppe nun vier ausgezeichnete Genussführer-Restaurants. Bereits vertreten sind das Restaurant Ritter in Fulda, die Dorfstube in Rengersfeld und Krenzers Rhön in Ehrenberg-Seiferts.

Tester kommen zunächst unerkannt

Die Auszeichnung wird nicht nach einem einzelnen Restaurantbesuch vergeben. Eine Gruppe des Conviviums testet die Betriebe mehrfach. Die ersten Besuche erfolgen anonym, erst zum Abschluss geben sich die Tester zu erkennen. In der letzten Phase müssen die Betreiber ihre Lieferanten offenlegen. Nachhaltige Landwirtschaft und Tierwohl müssen nachprüfbar sein und auch für die Gäste transparent dargestellt werden.

Neben Geschmack und handwerklicher Qualität spielen auch die Herkunft der Rohstoffe, Regionalität und Saisonalität eine Rolle. Zugleich sollen die Gerichte trotz der hohen Anforderungen für ein breites Publikum erschwinglich bleiben.

"Gutes, sauberes und faires Essen für alle"

Das Convivium Fulda umfasst auch Teile der Rhön und des Vogelsbergs. Die Regionalgruppe gehört zu Slow Food Deutschland, das wiederum Teil einer weltweiten Bewegung ist. Unter dem Motto "Gutes, sauberes und faires Essen für alle" setzt sich Slow Food für eine Ernährungswelt ein, die auf fairen Beziehungen basiert und biologische Vielfalt, Klima sowie Gesundheit berücksichtigt.

Der Slow Food Genussführer erscheint alle zwei Jahre in gebundener Form. Darüber hinaus gibt es eine App, die fortlaufend aktualisiert wird und bundesweit gastronomische Betriebe aufführt, die den festgelegten Kriterien entsprechen. (Constantin von Butler/pm) +++

X