So verändert sich die Burgenstadt
Millionenprojekte: Vom Brauereiviertel bis zum Dünger aus Klärschlamm
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28.07.2026 / SCHLITZ -
Ein neues Kulturviertel auf einem ehemaligen Brauereigelände, ein für Millionen Euro modernisiertes Freibad und eine Kläranlage, die künftig wertvollen Phosphor zurückgewinnen soll: In Schlitz (Vogelsbergkreis) laufen gleich mehrere große Zukunftsprojekte. Landtagsabgeordnete Jennifer Gießler informierte sich gemeinsam mit Bürgermeister Heiko Siemon über die Vorhaben und die Herausforderungen der Stadt.
Mehrere der Projekte wurden mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Bei ihrem Rundgang besichtigten Gießler und Siemon zunächst den sogenannten Hahnekiez auf dem Gelände der ehemaligen Auerhahn-Brauerei.
Polizei, Bürgerbüro und Brauhaus ziehen ein
Dort entsteht ein neues Kulturviertel, das historische Gebäude mit Gastronomie, Kultur und Begegnungsmöglichkeiten verbinden soll. In eine der Baustellen soll schon bald die Gaststätte "Brauhaus Hahnekiez", das frühere Braustübchen, einziehen. Für ein historisches Backsteingebäude gibt es ebenfalls konkrete Pläne: Dort sollen künftig das Bürgerbüro der Stadt, die Polizei und die Redaktion des Schlitzer Boten untergebracht werden."Der Hahnekiez zeigt eindrucksvoll, wie aus einem historischen Areal ein lebendiges Viertel mit ganz unterschiedlichen Nutzungen entstehen kann. Hier werden Stadtentwicklung, Kultur und die Bewahrung der örtlichen Geschichte miteinander verbunden", erklärte Gießler.
8,9 Millionen Euro für das Burgenbad
Anschließend führte der Rundgang zum gut besuchten Schlitzerländer Burgenbad. In die Sanierung und Modernisierung des Freibades wurden insgesamt 8,9 Millionen Euro investiert. Davon stammten 2,5 Millionen Euro aus Fördermitteln. Zu den Maßnahmen gehören neue Edelstahlbecken, Verbesserungen bei der Barrierefreiheit sowie eine energetische Modernisierung. Dafür wurden unter anderem eine Photovoltaikanlage und eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe installiert. Millionenförderung für Phosphor-Projekt
Eine weitere Station war die Kläranlage. Dort entsteht eine neue Technik, mit der Phosphor aus Klärschlamm zurückgewonnen werden soll. Das Vorhaben zählt zu den ersten Demonstrationsprojekten dieser Art in Hessen. Die Gesamtausgaben liegen bei knapp sieben Millionen Euro. Das Land Hessen beteiligt sich mit 3,2 Millionen Euro. Der gewonnene Phosphor soll künftig unter anderem als Dünger in der regionalen Landwirtschaft eingesetzt werden."Schlitz leistet hier echte Pionierarbeit. Das Projekt stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft, schont begrenzte Ressourcen und kann Vorbild für viele andere Kommunen sein. Die hohe Landesförderung unterstreicht die besondere Bedeutung dieses innovativen Vorhabens", so die Abgeordnete.
Infrastruktur bleibt große Herausforderung
Zum Abschluss sprachen Gießler und Siemon im Rathaus über die besonderen Anforderungen einer großflächigen Stadt im ländlichen Raum. Im Mittelpunkt standen der Erhalt der Infrastruktur in der Kernstadt und den zahlreichen Stadtteilen sowie die damit verbundenen finanziellen und organisatorischen Belastungen."Schlitz stellt mit großem Engagement wichtige Weichen für die Zukunft. Mein Dank gilt Bürgermeister Heiko Siemon für die umfassenden Einblicke und den offenen Austausch. Gerade unsere Flächenkommunen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und eine starke Unterstützung, damit gleichwertige Lebensverhältnisse auch im ländlichen Raum gesichert werden können", erklärte Gießler abschließend. (pm/Constantin von Butler) +++