7.000 Kilometer-Challenge gegen Blutkrebs

DKMS-Held Phil (22) radelt durch Deutschland - und hält auf der Wasserkuppe

Auf zwei Rädern gegen Blutkrebs! Phil Weinmann fährt mit seinem Fahrrad durch ganz Deutschland und war am Sonntag auf Hessens höchstem Berg, der Wasserkuppe.
Fotos: Marvin Myketin & Christian P. Stadtfeld

27.07.2026 / POPPENHAUSEN (WAKU) - Phil kämpft aktiv gegen Blutkrebs. Er will auf die tödliche Krankheit aufmerksam machen und sammelt Spenden für die DKMS. Der 22-jährige Sportmanagement-Student aus Crailsheim (Landkreis Schwäbisch Hall) fährt mit seinem Fahrrad durch alle 16 Bundesländer, gegen den Uhrzeigersinn. Vor sieben Wochen ist er von zu Hause gestartet. Exakt 2.580 Kilometer von insgesamt rund 7.000 Kilometern zeigt der Fahrrad-Computer aktuell an. Das nördlichste Ziel ist die Insel Sylt – Mitte Oktober will er wieder bei seiner Familie in Baden-Württemberg sein. Auf Instagram schreibt er sein persönliches Reisetagebuch.



Am Sonntag (26. Juli 2026) hat Phil Weinmann Halt auf Hessens höchstem Berg (950 Meter über Normalhöhennull) gemacht. "Meine Challenge sind nicht nur alle 16 deutschen Hauptstädte, sondern auch die höchsten Erhebungen in den jeweiligen Bundesländern. Deshalb bin ich jetzt auf der Wasserkuppe – und es ist herrlich hier oben", sagt der junge sportbegeisterte Biker im OSTHESSEN|NEWS-Gespräch direkt am Radom. Er hat sich "hochgekämpft" – ein E-Bike hat er nicht. "Alles aus eigener Kraft", berichtet Phil, der mit viel Reise-Equipment am Fahrrad und einer Deutschlandfahne ausgestattet ist. Er ist windig auf der Wasserkuppe, der Blick in die Landschaft einzigartig. Zuvor war er am Franziskanerkloster Kreuzberg bei Bischofsheim in Unterfranken.

Und seine Mission: "Ich möchte die Augen nach den positiven Seiten von Deutschland und den Menschen offen halten. Das richtige Deutschland kenne ich eigentlich selbst gar nicht. Bei diesem Kennenlernen für die Registrierung bei der DKMS zu werben und Spenden zu sammeln – das ist einfach ein super Match für mich." Als Phil nachmittags auf der Wasserkuppe einen Stopp einlegt, weiß er noch nicht, wo er abends übernachtet. "Das ist immer eine spontane Sache: Manchmal schreiben mir Leute über Instagram und bieten mir einen Schlafplatz an, das ist super nett. Für alle Fälle habe ich aber immer mein kleines Zelt dabei."

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Wie alles begann und Phil zum Lebensretter wurde

Vor fünf Jahren registriert sich der damals 17-Jährige bei einer Registrierungsaktion seiner Schule als potenzieller Stammzellspender. Eine Lehrerin hatte damals Stammzellen gespendet und die Aktion begleitet. Schon wenige Monate später, kurz nach seinem 18. Geburtstag, wird für Phil die graue Theorie zur Praxis. Er ermöglicht mit seiner Stammzellspende einer 40-jährigen Italienerin eine zweite Lebenschance.

"Die Spende in der Freiburger Uniklinik war sehr entspannt. Ich habe zuvor auch schon Blut gespendet, mit Nadeln habe ich also keine Probleme. Aber selbst wenn es so wäre, hätte ich das auf jeden Fall durchgezogen", erklärt Phil. "Schließlich kann man damit einem Menschen das Leben retten." Die rund vierstündige Spende hat er mit Netflix-Filmen ohne Probleme hinter sich gebracht.

"Die Aufklärung und Betreuung waren super. Daher war ich zwar aufgeregt, hatte aber gar keine Angst." Der einzige Wermutstropfen für Phil: Aufgrund der Bestimmungen in Italien darf er seinen genetischen Zwilling nicht kennenlernen. "Das hätte mich natürlich sehr gefreut. Aber am Ende bin ich einfach nur froh, dass ich mit der Spende die Möglichkeit hatte, ihr eine zweite Lebenschance geben zu können."

Die Welt vor der eigenen Haustür kennenlernen und Spenden sammeln

DKMS steht für Deutsche Knochenmarkspenderdatei. "Unser Anliegen ist es, noch viele weitere potenzielle Stammzellspender für den Ausbau unserer Datei zu gewinnen. Dazu benötigen wir Geldspenden. Zudem verbessern wir das Typisierungsprofil unserer Spender fortlaufend und investieren in Wissenschaft und Forschung. Denn wir wollen immer die am besten geeigneten Stammzellspender vermitteln und die höchste Qualität des Transplantats sicherstellen", heißt es von der im Jahr 1991 gegründeten internationalen Organisation mit Sitz in Tübingen.

Am 6. Juni ist Phil in Stuttgart mit einem Fahrrad gestartet. Er will 30.000 Euro auf seinem Weg durch Deutschland sammeln – aktuell zeigt das Konto schon 16.500 Euro. "Das ist mega gut, damit hätte ich nicht gerechnet", berichtet er O|N. Doch mindestens genauso wichtig ist ihm etwas anderes: "Jede einzelne Registrierung zählt. Wenn sich auch nur ein Mensch mehr registriert, hat sich die Reise schon gelohnt."

Von der Wasserkuppe führte die Route von Phil Weinmann weiter ins benachbarte Thüringen. Er hat am Sonntag also alle Teile des Dreiländerecks mit seinem Fahrrad durchquert. OSTHESSEN|NEWS wünscht dem DKMS-Held und Supporter auf seiner besonderen Radtour alles Gute, tolle Erlebnisse und vor allem tatkräftige Unterstützer für seine Mission: auf zwei Rädern gegen Blutkrebs! (Christian P. Stadtfeld) +++

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