Keine konkrete Gefahr für Hessen
Innenminister Poseck nach CSD-Anschlag: "Islamismus ist eine akute Gefahr"
Archivfotos: O|N/Hendrik Urbin
27.07.2026 / WIESBADEN -
Nach dem mutmaßlichen Anschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin richtet Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) den Blick auch auf die Sicherheitslage im eigenen Bundesland.
Bei der Attacke am Samstag wurde eine Frau getötet, zahlreiche weitere Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Nach dem flüchtigen Tatverdächtigen läuft eine großangelegte Fahndung. Poseck reagierte mit Bestürzung auf die Ereignisse.
"Der Anschlag in Berlin macht mich traurig, wütend und fassungslos. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und ihren Freunden." Der CDU-Politiker hatte erst eine Woche zuvor selbst am CSD in Frankfurt teilgenommen. Seine dortigen Eindrücke stellt er nun dem gewaltsamen Ende der Berliner Veranstaltung gegenüber. Zugleich betont Poseck die Bedeutung der Werte, für die der Christopher Street Day steht.
Islamistische Gefahren im Fokus
Für die hessische Sicherheitspolitik sieht Poseck die Ereignisse als Bestätigung des bisherigen Kurses. Die zuständigen Behörden des Landes beschäftigen sich bereits schwerpunktmäßig mit extremistischen Bestrebungen und möglichen Bedrohungslagen.In diesem Zusammenhang verteidigt der Innenminister auch die zuletzt beschlossenen Erweiterungen der Befugnisse von Polizei und Verfassungsschutz. Mögliche weitere Konsequenzen aus Berlin sollen nach seiner Darstellung erst geprüft werden, wenn mehr über die Tat und ihre Hintergründe bekannt ist. "Hessen hat in den letzten Monaten viel für die Sicherheit getan. Wir haben insbesondere die Befugnisse unserer Polizei und unseres Verfassungsschutzes deutlich ausgeweitet. Solche Taten zeigen aus meiner Sicht, dass dies notwendig war, um auf die angespannte Sicherheitslage zu reagieren und auch in diesen Zeiten für ein sehr hohes Maß an Sicherheit zu sorgen."
Keine unmittelbaren Folgen für Hessen
Trotz der angespannten Lage sieht das Innenministerium derzeit keinen Anlass für zusätzliche Maßnahmen bei hessischen Großveranstaltungen. Bestehende Sicherheitskonzepte sollen fortgeführt, geplante Mahnwachen durch die Polizei begleitet werden. Die hessischen Behörden stehen zudem mit Berlin und anderen Bundesländern in engem Austausch.