Fahrzeug rast in Menschenmenge
"Nur 50 Meter entfernt": Osthessen erleben CSD-Angriff hautnah
Foto: picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH
27.07.2026 / BERLIN/REGION -
Lebensfreude, Offenheit und ein unbeschwerter Tag in Berlin - dann die Nachricht von einer Toten und zahlreichen Verletzten. Auch mehrere Menschen aus Osthessen haben den Christopher Street Day in der Hauptstadt gefeiert. Der mutmaßliche Anschlag lässt sie tief betroffen zurück.
Hunderttausende Menschen waren nach Berlin gekommen, um beim Christopher Street Day ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und ein friedliches Miteinander zu setzen. Doch innerhalb weniger Augenblicke verwandelte sich die ausgelassene Stimmung in Entsetzen.
Amok-Sperren, Rettungskräfte, schreckliche Tat
Auch mehrere Menschen aus Osthessen hatten den Tag beim CSD verbracht. Einer von ihnen ist Marius Zimmer, Feuerwehrkamerad aus Mücke im Vogelsbergkreis. Noch kurze Zeit zuvor hatte er sich in der Nähe des späteren Tatortes aufgehalten. "Vielleicht 50, 75 Meter davon entfernt", schildert er im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS: "Das ist natürlich schon ein bedrückendes Gefühl." Osthessen erleben die Nacht des Schreckens
Auch Luca Fiebig aus Schenklengsfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) erfuhr im Laufe der Nacht, welches Ausmaß der Angriff angenommen hatte. Zunächst war noch unklar, was genau geschehen war und wie viele Menschen betroffen waren. "Gegen 1 Uhr wussten wir dann von der Toten. Es war schon sehr schlimm, zu wissen, dass man bei einem so schrecklichen Geschehen dabei war", so Fiebig. "Man fährt nach Berlin, um ein Wochenende voller Lebensfreude, Offenheit und Begegnungen zu erleben - und plötzlich wird man mit so einer schrecklichen Nachricht konfrontiert." Die Sorge um Freunde und Bekannte wich zwar der Erleichterung, dass es allen gut ging. Angesichts des Leids der Opfer trat dieses Gefühl für Götte jedoch schnell in den Hintergrund. "Natürlich waren wir erleichtert, dass es unseren Freunden und uns gut geht. Gleichzeitig fühlt sich diese Erleichterung ganz klein an, wenn man weiß, dass ein Mensch sein Leben verloren hat und viele weitere verletzt wurden", so Götte. Ihre Gedanken gelten den Verletzten, den Angehörigen der getöteten Frau und allen Menschen, die die Tat unmittelbar erleben mussten. "Es macht mich sehr traurig, dass ein Ort, der für Vielfalt, Respekt und Miteinander stehen sollte, von so einer Tat überschattet wurde." (Constantin von Butler) +++