Eine Tote, viele Verletzte

Politiker entsetzt nach CSD-Anschlag: "Angriff auf unsere Gesellschaft"

Politiker aus Bund und Ländern reagieren mit Entsetzen auf den mutmaßlichen Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days.
Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

26.07.2026 / BERLIN/REGION - Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin zeigen sich Politiker aus Bund und Ländern erschüttert. Eine Frau kam ums Leben, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt, als ein Kastenwagen am Samstagabend in eine Menschenmenge fuhr. Während die Ermittler mit Hochdruck nach dem flüchtigen Tatverdächtigen fahnden, bestimmen Mitgefühl, Aufklärung und die Verteidigung einer offenen Gesellschaft die politischen Reaktionen.



Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte die Attacke deutlich. Der CSD habe für ein friedliches und tolerantes Miteinander gestanden - genau diese Werte seien getroffen worden. "Was für eine abscheuliche Tat in Berlin. Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft. Wir sind offen und freiheitsliebend - und das werden wir bewahren und verteidigen."

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) stellte die gesellschaftliche Dimension der Tat heraus. Der Angriff richte sich nicht allein gegen die Besucher der Veranstaltung, sondern gegen zentrale Werte des demokratischen Zusammenlebens. "Wir alle sind erschüttert und entsetzt über den mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin, bei dem Hunderttausende Menschen aus aller Welt friedlich und fröhlich feiern wollten und ein Zeichen setzen für Toleranz und Vielfalt, für ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben. Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben."

"Traurig, wütend und fassungslos"

Bestürzt reagierte auch Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU). Erst eine Woche zuvor hätten viele Menschen den CSD in Frankfurt friedlich gefeiert. Nun müsse die Tat konsequent aufgeklärt werden. "Der mutmaßliche Anschlag in Berlin macht mich traurig, wütend und fassungslos. Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden. Ich setze darauf, dass die Tat in vollem Umfang aufgeklärt und der Täter zur Rechenschaft gezogen werden kann."

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) betonte, zunächst stünden die Fahndung und die Trauer im Vordergrund. Eine politische Bewertung müsse anschließend folgen. "Wieder hat ein feiger und menschenverachtender Anschlag friedlich feiernde Menschen getroffen - diejenigen, die für unsere freie und offene Gesellschaft stehen. Meine Gedanken sind bei den Opfern der augenscheinlichen Terrortat auf dem CSD Berlin und ihren Angehörigen."

Astrid Wallmann, Mitglied im CDU-Bundesvorstand, erinnerte daran, wofür der CSD stehe: "Sichtbarkeit, Respekt und persönliche Freiheit." Hass und Gewalt dürften keinen Raum gewinnen.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einer feigen und abscheulichen Attacke. Neben seinem Mitgefühl für die Betroffenen stellte er eine schnelle und konsequente Aufklärung in Aussicht. "Diese feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst. Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die diese Tat miterleben mussten."

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichnete die Tat als Angriff auf die Freiheit und Weltoffenheit der Hauptstadt. Zugleich dankte er den Einsatzkräften und sprach den Sicherheitsbehörden sein Vertrauen aus. "Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft - nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert. Berlin ist die Stadt der Freiheit - und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden." (Constantin von Butler) +++

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