"Müssen mit jedem Reden"
Brandmauer-Debatte: Kretschmer offen für Gespräche mit "allen Parteien"
Foto: ON Archiv
23.07.2026 / DRESDEN -
Die politischen Machtverhältnisse im Osten Deutschlands sind andere als die in Hessen. Die AfD gewinnt immer mehr an Zuspruch, überholt Volksparteien bei Wahlen und ist damit schwer zu ignorieren. Jetzt fordert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) eine Bereitschaft zu Gesprächen mit allen anderen Parteien - damit ist demnach auch die AfD gemeint.
"Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir müssen mit jedem reden, der reden will", erklärt Kretschmer gegenüber dem Handelsblatt. Damit entfacht der 51-Jährige eine neue Debatte um die Brandmauer.
Kretschmer selbst regiert in Sachsen mit einer Minderheitsregierung. Im Landtag hat er einen "Konsultationsmechanismus" etabliert. Die AfD beteiligt sich daran nicht. "Eine Partei wie die AfD schadet dem Land", sagte er.
Rhein:" In Deutschland wird es keinen AfD-Ministerpräsidenten geben"
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) fand schon im Mai klare Worte zur Brandmauer-Debatte. Er machte damals gegenüber dem Tagesspiegel klar: "Wir sollten keine Brandmauern errichten, sondern Brücken bauen - und zwar zurück in die Mitte." Dabei warnte Rhein ausdrücklich davor, AfD-Wähler pauschal als rechtsradikal einzuordnen. Viele Menschen fühlten sich aus seiner Sicht nicht mehr gehört oder ernst genommen. Genau das trage zur aktuellen Entwicklung bei. "Diese Menschen müssen wir zurückgewinnen", betonte Rhein.Foto: CDU Landesverband
Foto: ON Archiv