700 junge Pianisten aus aller Welt
Konzert im Fürstensaal: Die Pianale eröffnet hochkarätig
Alle Fotos: Martin Engel
22.07.2026 / FULDA -
Mit einem hochklassigen Konzert im Fürstensaal begann die 19. Pianale in Fulda. Was 2007 als ambitioniertes Projekt begann, hat sich längst zu einem international renommierten Klavierwettbewerb entwickelt. Mehr als 700 junge Pianistinnen und Pianisten aus aller Welt haben inzwischen teilgenommen – zahlreiche von ihnen starteten von Fulda aus internationale Karrieren.
Eine Erfolgsgeschichte
"Die Pianale lebt von den vielen, die die Idee mitgetragen haben", sagte Gründerin Uta Weyand zur Begrüßung. Das war sympathisch bescheiden formuliert, denn ohne ihre Beharrlichkeit gäbe es die Pianale in dieser Form kaum. Gleichzeitig hatte sie aber auch recht: Die Stadt Fulda, das Kulturamt, der Förderverein und zahlreiche Partner haben entscheidend dazu beigetragen, dass sich der Wettbewerb zu einem festen Bestandteil der internationalen Klavierszene entwickeln konnte.Vier Dozenten, vier Handschriften
Traditionell stellen sich die Dozenten im Eröffnungskonzert selbst vor. Im Mittelpunkt standen Werke von Manuel de Falla (150. Geburtstag) und Tōru Takemitsu (30. Todestag) sowie von Bach, Scarlatti, Chopin, Brahms, Couperin und Ravel. Mit Frédéric Lagarde stellte sich nur ein Dozent erstmals dem Fuldaer Publikum vor; die übrigen gehören seit Jahren zum Pianale-Team.Uta Weyand blieb ihrer großen Liebe zur spanischen Musik treu und eröffnete den Abend mit drei Werken Manuel de Fallas. Besonders die Andaluza aus den "Piezas Españolas" begeisterte mit ihrer rhythmischen Raffinesse, ihrem Farbenreichtum und dem unverkennbaren Flamenco-Charakter, den Weyand mit großer Leichtigkeit und Spielfreude herausarbeitete.
Scarlattis bildeten dazu einen lebhaften Kontrast, bevor Serdar mit Chopins vierter Ballade einen verhangen-melancholischen Schlusspunkt setzte.
Frédéric Lagarde begann mit zwei kurzen Préludes François Couperins, bevor er sich Maurice Ravel zuwandte. Dessen elegantes Prélude aus "Le Tombeau de Couperin" und die virtuose Sonatine in Fis-Dur bildeten einen glänzenden Abschluss des Konzerts und zeigten eindrucksvoll die Eleganz und klangliche Raffinesse französischer Klaviermusik.
Große Künstler – bescheidene Lehrer
Bemerkenswert war nicht nur das hohe künstlerische Niveau, sondern auch die Haltung der vier Dozenten. Ohne Attitüde oder Effekthascherei stellten sie ganz selbstverständlich die Musik in den Mittelpunkt. Für die jungen Wettbewerbsteilnehmer war das vielleicht mit die wichtigste Botschaft des Abends: Große künstlerische Persönlichkeit und Bescheidenheit schließen einander nicht aus. Die größten Interpreten sind meist jene, die den Komponisten leuchten lassen – und nicht sich selbst in den Mittelpunkt stellen. So machte bereits das Eröffnungskonzert deutlich, weshalb die Pianale seit fast zwei Jahrzehnten einen so guten Ruf genießt: Sie ist längst mehr als ein Wettbewerb – sie ist ein Ort der Begegnung, des Lernens und der gemeinsamen Leidenschaft für die Musik.