Über Rekordfans und internationale Auftritte

Visionär und Spotlight-Legende: Peter Scholz feiert 50 Jahre voller Geschichten

Heute wird die Spotlight-Legende Peter Scholz 50 Jahre alt und bietet im exklusiven Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS Einblicke in seine Vergangenheit, in seine Zukunft und alles, was dazwischenliegt.
Fotos: Carina Jirsch

20.07.2026 / FULDA - Als Kind wollte er Architekt werden, als Teenager war er fest davon überzeugt, als Rockstar durchzustarten - jetzt ist er Geschäftsführer der Fuldaer Spotlight Musicals, verbindet vieles davon und brennt seit über 20 Jahren für Musicalproduktionen. Heute wird die Spotlight-Legende Peter Scholz 50 Jahre alt und bietet im exklusiven Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS Einblicke in seine Vergangenheit, in seine Zukunft und alles, was dazwischenliegt.

2003 gründeten Michael Weiß, Zeno Diegelmann, Dennis Martin und Peter Scholz das Unternehmen Spotlight. Bei dieser Gelegenheit beendete er sein Lehramtsstudium zum Englisch- und Musiklehrer - und wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, an welch großer Sache er einmal mitwirken würde. In seinen 50 Lebensjahren erlebte er sowohl innerhalb als auch außerhalb von Spotlight einige spannende Momente und lernte viele besondere Persönlichkeiten kennen.

Wir schauen jetzt gemeinsam auf einige spannende Momente seines bisherigen Lebens, denn so viel ist klar: Langweilig wurde es weder mit noch um den Geschäftsführer. Happy Birthday Peter Scholz!

Lebensweisheiten aus seiner Jugend - der Weg ist das Ziel

Sein heutiges motiviertes und offenes Mindset entwickelte sich schon in seiner Schulzeit. Als er und seine Schulband eine Tonanlage brauchten, bat er seinen damaligen Schulleiter am Marianum, Pater Leopold Hörbst, um Hilfe. Dieser übergab ihm den Generalschlüssel der Schule. Die Band bediente sich und brachte selbstverständlich die geliehene Anlage wieder zurück. Scholz zeigt sich begeistert: "Er war entspannt und hat uns vertraut. Daraus entwickelte sich auch mein Motto: Mach einfach. Chancen kommen und man kann schlicht darauf vertrauen, dass es gut wird."

Ein Gedanke, der ihn in seiner Jugend ebenfalls begleitet. "Ich war fest davon überzeugt, dass man alles, woran man glaubt, auch erzwingen kann. Für mich reicht es aus, wenn ich an mich und meine Projekte glaube", so der jetzt 50-Jährige im Gespräch mit O|N. Damals war die Wunschzukunft zwar noch das Rockstar-Leben, doch bekanntlich ist der Weg das Ziel und so können sich auch die Wünsche und Wege verändern. Das sieht Scholz aber gelassen: "Wenn ich Rockstar wäre, könnte ich heute nicht mit meiner Familie essen." Diese Botschaften gibt und lebt er jetzt auch mit seinen drei Kindern weiter. "Meine Tochter ist auch in einer Band. Sie sind unglaublich authentisch und haben viel Potenzial", sagt der stolze Vater.

Besondere Fans, Anrufe im Urlaub und die Frage: "Wohin ist der Techniker verschwunden?"

Dass seine Arbeit bei Spotlight unglaublich zeitintensiv ist, lässt sich nicht nur an der hohen Qualität der Musicals erkennen. Auch privat - außerhalb seiner offiziellen Arbeitszeit - muss er jederzeit erreichbar sein. So ist es ein perfektes Beispiel, dass während des O|N-Interviews eine Darstellerin des aktuellen Musicals "Der Schimmelreiter" anrief. Schmunzelnd erzählt er: "Am Tag nach der Geburt unseres dritten Kindes musste ich direkt wieder ins Büro." Auch wenn er jetzt lächelnd davon erzählen kann, betont er: "Ich bin meiner Frau unglaublich dankbar für ihre Geduld und ihren Beistand."

Eine aktuelle Geschichte: Vor kurzem begegnete Scholz einem ganz besonderen Fan. Neben der bekannten Rekordhalterin, die sich hunderte Spotlight-Vorstellung anschaut, scheint jetzt ein Mädchen aus Shanghai um diesen Platz zu konkurrieren. Die junge Frau studiert aktuell Regie und schaut sich aus diesem Grund 30 Mal den Schimmelreiter an. Für die Spotlight-Legende durchaus verständlich: "Man kann sich ein Stück unendlich oft anschauen und immer wieder etwas Neues entdecken."

In einer weiteren Anekdote berichtet er uns über den Rechtserwerb zum Musical "Die Päpstin": "Dennis Martin bat mich im Jahr 2009 einmal herauszufinden, wie man die Rechte zum Weltbestseller 'Die Päpstin' bekommen könnte. Wie sollte ich Kontakt zu ihr aufnehmen? Ich habe mich dann in ein Chat-Forum von einer US-Universität begeben, wo Donna W. Cross mit Literatur-Studenten online diskutierte. Dort fragte ich ganz frech, ob wir weltweit erstmalig 'Die Päpstin' als Musical entwickeln dürften. Donna fand die Idee sehr spannend und nach einiger Zeit hatten wir tatsächlich den Zuschlag bekommen." Seine Botschaft: Man muss es einfach immer irgendwie probieren.

Auf all diese spannenden und lustigen Geschichten blickt der 50-Jährige mit Freude zurück. Jetzt mache er schließlich genau das, was er machen will und sich früher aber niemals hätte vorstellen können. "Ich habe es bis hierhin geschafft und so möchte ich auch, dass es in Zukunft weitergeht."

"Die Päpstin" in Italien und Spanien?

Für die kommende Zeit ist er vor allem das: offen, neugierig und voller Möglichkeiten. Wenn er über seine Wünsche spricht, klingt echte Abenteuerlust mit. Sein Traum sei es, "die Päpstin einmal in Italien oder Spanien zu spielen - einfach mal herumzulaufen, ein Theater mieten und anfangen", erzählt er mit einem Lächeln. Dass dieser Plan nicht unrealistisch ist, zeigen die internationalen Anfragen, die ihn bereits erreicht haben: Mexiko und Südkorea. Länder, in denen die Päpstin schon jetzt großes Interesse weckt.

Besonders fasziniert ihn, wie unterschiedlich seine Stücke weltweit interpretiert werden. Die "Schatzinsel" lief bereits in Tschechien und Ungarn, die Päpstin wurde in Budapest in die Gegenwart verlegt - eine Variante, die für ihn persönlich nicht funktionierte, die aber genau das zeigte, was Theater ausmacht: Vielfalt, Freiheit und die Lust am Ausprobieren. So ist sein Blick stets nach vorn gerichtet - mit dem Wunsch, die Spotlight-Shows weiter in die Welt zu tragen und immer wieder neu zu entdecken, wie andere Kulturen seine Geschichten lesen. Seine Lebenserkenntnis, die ihm bei vielen Projekten hilft: "Man muss die richtige Sache zur richtigen Zeit am richtigen Ort machen. Alles muss passen, das spürt man dann."

Demut am Geburtstag: "Ich möchte weiterhin gesund bleiben"

An seinem heutigen Geburtstag hat der Visionär, die Spotlight-Legende und der Familienvater etwas ganz Gemütliches geplant: Er feiert mit seiner Familie. Später will er den runden Geburtstag auch noch groß mit Live-Musik begehen. "An meinem Geburtstag blicke ich demütig auf das Leben. Mein Bruder und mein Vater sind bereits verstorben. Da realisiert man erst, wie vergänglich alles ist. Oft brauche ich einen Moment Ruhe, um dann mit neuer Energie wieder nach vorne zu blicken und neu zu starten."

Doch was ihm wirklich am Herzen liegt: "Ich möchte weiterhin gesund bleiben, um für kommende Enkelkinder gesund und aktiv da zu sein." Gleichzeitig denkt er über sich hinaus. "Ich will nichts für mich haben - dafür wünsche ich mir lieber Spenden für die Fuldaer Tafel. Dann können auch Menschen mitfeiern, denen es nicht so gut geht" Ein Satz, der viel über ihn verrät: Dankbarkeit, Bodenhaftung und der Wunsch, etwas zurückzugeben. Wir wünschen alles Liebe und Gute zum 50. Geburtstag! (mis) +++

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