Mit sozialen Verbänden
Austausch mit Sozialministerin Hofmann und Wirtschaftsminister Mansoori
Fotos: Liga Hessen
07.07.2026 / FULDA -
Vertreterinnen und Vertreter der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen um ihren Vorstandsvorsitzenden, den Fuldaer Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch, haben in Gesprächen mit Sozialministerin Heike Hofmann und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori zentrale sozialpolitische Zukunftsfragen erörtert. Im Mittelpunkt standen die Stärkung sozialer Infrastruktur, Investitionen in Klimaneutralität und energetische Sanierung sowie die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe in Hessen.
Dr. Juch machte deutlich, dass soziale Einrichtungen eine tragende Säule für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Teilhabe und Demokratie sind. Gleichzeitig stehen viele Träger vor großen Herausforderungen: steigende Kosten, wachsende Anforderungen an Digitalisierung und Klimaschutz sowie komplexe Förderstrukturen erschweren notwendige Investitionen. "Reformen dürfen nicht zulasten von Teilhabe und sozialer Sicherheit gehen", betonte Dr. Juch. "Wir setzen uns dafür ein, dass das bewährte Subsidiaritätsprinzip und die Trägervielfalt erhalten bleiben. Deshalb ist es wichtig, die Freie Wohlfahrtspflege frühzeitig in Reformprozesse einzubinden."
Ein zentrales Thema war die Frage, wie soziale Einrichtungen besser von Fördermitteln profitieren können – insbesondere aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Nach Einschätzung der Liga sind Investitionen in Digitalisierung, energetische Sanierung und Klimaschutzmaßnahmen für viele soziale Einrichtungen dringend erforderlich – der Zugang zu Fördermitteln gestaltet sich jedoch häufig schwierig. Die Liga verwies darauf, dass Förderverfahren über Kommunen in der Praxis oft zu komplex seien und zusätzliche Hürden durch hohe Eigenanteile entstünden. Im Gespräch mit Wirtschaftsminister Mansoori wurden deshalb verschiedene Lösungsansätze erörtert.
Positiv bewertet die Liga die Gesprächsbereitschaft beider Ministerien. Insbesondere mit Blick auf die wirtschaftspolitische Bedeutung sozialer Infrastruktur sieht sie den Austausch als wichtigen Schritt. In seinem Resümee unterstrich Juch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Investitionen: "Ein leistungsfähiger Sozialstaat braucht starke Partner. Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern will, muss die gemeinnützige soziale Infrastruktur stärken – gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden. Investitionen in soziale Einrichtungen und die konsequente Beteiligung der freien Träger sind Investitionen in Demokratie, Teilhabe und Zukunftsfähigkeit unseres Landes." (mp/pm) +++