"RP vor Ort"
Weinmeister macht sich ein Bild: Fortschritt und Herausforderungen am Klinikum
Fotos: Rene Kunze/ Philipp Gerhard
07.07.2026 / FULDA -
Das Klinikum in Fulda ist als Maximalversorger einer der wichtigsten Eckpfeiler des Gesundheitssystems in Osthessen. Das zeigt sich zum einen durch den immer weiter wachsenden Wirkungsbereich, aber natürlich auch durch die ständigen neuen Aufgaben, die mit der großen Verantwortung des Klinikums einhergehen. Mark Weinmeister, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Kassel, machte auf seiner "Sommerreise" durch den Bezirk dementsprechend auch in Fulda halt, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.
Das Klinikum stellte vier Themenschwerpunkte in den Vordergrund: die Fachkräftesicherung sowie die Aus- und Fortbildung, die medizinische Versorgung, Digitalisierung und Modernisierung, aber natürlich auch den Campus Fulda, der in Kooperation mit der Uni Marburg wichtige Arbeit leistet.
Große Verantwortung - große Herausforderungen
Gleich zu Beginn stellte Klinikums-Vorstand Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel die Wichtigkeit des Klinikums für die Region heraus und nannte konkrete Zahlen, die die Dimensionen verdeutlichten: "Wir versorgen jedes Jahr über 40.000 Patienten stationär - ambulant sind es sogar weit über 200.000", so Menzel. Insbesondere in Hinblick auf die Finanzierung des Klinikums, aber natürlich auch der aller anderen Häuser schaue man aber aktuell besonders genau in Richtung Berlin.Fachkräftegesicherung und Ausbau der Notfallversorgung im Fokus
Auf Dauer könne das so nicht weitergehen, erklärte Schier dahingehend. "Wir brauchen ein Netz aus Notfallkrankenhäusern, die die Region versorgen können", fügte er hinzu und betonte, dass vor allem der ärztliche Notdienst immer funktionieren müsse - eine große Herausforderung, vor der derzeit nicht nur das Klinikum Fulda steht.
Digitalisierung als wichtiger Aspekt des Fortschritts
Campus Fulda bietet Bildungschancen
Ein weiterhin förderungswürdiges Angebot des Klinikums ist der Campus Fulda, der in Kooperation mit der Universität Marburg große Bildungschancen bietet und vor allem aber auch Praxiserfahrung für die aktuell 186 Studierenden ermöglicht. "Wir bekommen immer wieder großes Lob von den Studenten" erklärte Achim Hellinger, Facharzt für Chirurgie am Klinikum Fulda. Insbesondere in einer ländlich geprägten Region sei es dem Klinikum sehr wichtig, weiterhin junge Menschen zu begeistern und somit unter anderem auch beispielsweise die Landarztquote zu steigern, aber auch gleichzeitig das Fachpersonal zu halten. "Wir wollen unsere Studenten wie unsere Patienten behandeln - und von den Besten betreuen lassen", führte er aus.Um auf den Campus Fulda zu kommen, gäbe es laut Hellinger ein Auswahlverfahren, das schon ein wenig an Lotterie grenze. "Die Studierenden wissen zwar, dass es die Möglichkeit gibt, nach Fulda zu kommen, aber nicht jeder wird dafür ausgewählt", so Hellinger, der aber auch betonte, dass es dieses Auswahlverfahren benötige, da es rechtlich nicht anders machbar sei. Die hohe Nachfrage könne man aber teilweise nicht vollständig bedienen, man sei aber weiterhin im Wachstum.