Lob von Landrat Woide
Naturschutz gelockert - Neufassung des Gesetzes zum "Grünen Band Hessen"
Archivfotos: O|N
01.07.2026 / KREIS FULDA -
Der hessische Landtag hat Mitte Juni eine Neufassung des Gesetzes zum "Grünen Band Hessen" beschlossen. Dadurch wird der Naturschutz auf privaten Flächen gelockert. Das Land setzt auf Kooperation und Freiwilligkeit. Landrat Bernd Woide begrüßt dies ausdrücklich: "Insgesamt führen die Änderungen gerade aus land- und forstwirtschaftlicher Sicht zu wesentlichen Verbesserungen, ohne dass die übrigen Schutzzwecke wie der Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft, die Stärkung der Regionalentwicklung, die Würdigung der kulturhistorischen Bedeutung oder naturschutzfachliche Aspekte vernachlässigt werden. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit einer nachhaltigen touristischen Nutzung."
Das "Grüne Band Hessen" verläuft entlang des ehemaligen Todesstreifens an der hessisch-thüringischen Landesgrenze und führt auf 260 Kilometern durch drei Landkreise und 21 Kommunen. Es verbindet Erinnerungskultur mit einem zukunftsgerichteten Ansatz für Natur- und Regionalentwicklung. Im Landkreis Fulda hat das Nationale Naturmonument eine Fläche von 2.029 Hektar, davon 1.302 ha Wald und 636 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. In Hessen sind es 8.048 ha.
Die Gesetzesnovellierung stärkt und strukturiert das "Grüne Band" als zusammenhängende Erinnerungslandschaft der deutschen Teilung. Dabei wird sowohl die Grenzgeschichte als auch die regionale Zeitgeschichte – einschließlich prägender internationaler Bezüge – für Einheimische wie Gäste besser erfahrbar. Für den Landkreis Fulda bedeutet dies insbesondere eine bessere Sichtbarkeit bestehender Grenzorte sowie neue Möglichkeiten zur Verknüpfung von Natur- und Geschichtsvermittlung.
Das "Grüne Band" bietet erhebliche Chancen für einen nachhaltigen und profilierten Landtourismus im Landkreis Fulda. Großes Potenzial bietet dabei das Alleinstellungsmerkmal aus der Kombination aus einer einzigartigen Naturentwicklung durch den historisch bedingten Grenzausbau in Verbindung mit der historischen, geopolitischen und strategischen Bedeutung der ehemaligen Grenze. Zudem kann das "Grüne Band" bestehende Wander- und Radangebote ergänzen und mit Angeboten des Biosphärenreservates Rhön sowie naturverträglichen Tourismuskonzepten kombinieren.
Das "Grüne Band" erstreckt sich in seiner Gesamtheit auf mehr als 12.000 Kilometer vom Eismeer im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer an der Grenze zur Türkei. Ziel ist es, dass das "Grüne Band" zum UNESCO-Welterbe ernannt wird. (pm/ci)+++
Archivfoto: O|N, Carina Jirsch