Stadt kämpft um Areal

Sorge um das HKZ: Droht Rotenburg ein riesiger "Lost Place"?

Die Zukunft des bisherigen HKZ-Geländes in Rotenburg sorgt bereits vor dem geplanten Umzug für intensive Diskussionen.
Archivbild: Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg

01.07.2026 / REGION HEF-ROF - Noch bevor das Herz-Kreislaufzentrum (HKZ) im Jahr 2027 seinen neuen Standort in Bad Hersfeld beziehen soll, wächst in Rotenburg die Sorge um die Zukunft des bisherigen Geländes. Bürgermeister Marcus Weber (parteiunabhängig) und das Stadtparlament drängen auf Klarheit und wollen verhindern, dass das Areal nach dem Umzug über Jahre leer steht.



In der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung machte Weber deutlich, dass aus seiner Sicht dringend gehandelt werden müsse. In einem offenen Brief an Landrat Torsten Warnecke (SPD) äußerte er seine Bedenken: "In der Bevölkerung Rotenburgs und auch bei mir wächst schon seit Längerem die Sorge, dass das HKZ-Gelände im Jahr 2027 zu einem Lost Place wird."

Bürgermeister warnt vor einem "Lost Place"

Der Bürgermeister erinnert dabei an das ehemalige Kreisaltenzentrum am Emanuelsberg, das lange leer stand. Das HKZ-Gelände sei jedoch deutlich größer und stelle die Stadt vor eine noch größere Herausforderung. In seinem Schreiben warnt Weber außerdem vor den Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger. Im Nachgang nun noch einen Lost Place zu hinterlassen, auf einem Gelände, das ein langjähriger Teil der Identität der Stadt Rotenburg war und ist, werde mit Sicherheit dazu führen, dass die Bevölkerung Rotenburgs sich Bürger zweiter Klasse fühlen, so Weber.

Innerhalb von 14 Tagen fordert Weber vom Landkreis und der Geschäftsführung des Klinikums Antworten auf zentrale Fragen. Unter anderem möchte er erfahren, welche Vermarktungsmaßnahmen bislang erfolgt sind, ob bereits Interessenten für das Areal existieren und wer innerhalb des Klinikums die Entwicklung des Geländes verantwortet.

Breites Bündnis für die Zukunft des Areals

Auch die Stadtverordneten griffen das Thema auf. Auf Antrag der CDU soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die sich frühzeitig mit der Nachnutzung des HKZ-Areals beschäftigt. Vertreten sein sollen unter anderem das Klinikum, der Landkreis, die Wirtschaftsförderung, das Land Hessen sowie Vertreter aller Fraktionen. Ziel ist es, mögliche Nutzungskonzepte zu entwickeln und den Prozess eng zu begleiten.

Darüber hinaus beschlossen die Stadtverordneten, Landrat Torsten Warnecke und Klinikums-Geschäftsführer Sebastian Mock zur nächsten Sitzung am 10. September einzuladen. Dort sollen sie über den aktuellen Stand der Vermarktung berichten. Außerdem sollen das Vermarktungsexposé sowie die bisherigen Bemühungen offengelegt werden. Künftig soll Bürgermeister Weber das Parlament regelmäßig über die Entwicklung der Konversion des HKZ-Geländes informieren. (Constantin von Butler) +++

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