"Keine Ahnung, wie und wann es weitergeht!"

Seit 20 Jahren bei Tegut: Michaela Ruppel - "Ich mag es, wenn's rund geht!"

Michaela Ruppel ist eines der immer freundlichen Gesichter in der Tegut-Filiale am Busbahnhof und das seit über 20 Jahren
Fotos: Carina Jirsch

06.07.2026 / FULDA - Wer jemals in Fulda bei Tegut in der Rabanusstraße am Stadtschloss eingekauft hat, kennt bestimmt eine der langjährigen Mitarbeiterinnen dort: Michaela Ruppel arbeitet seit immerhin 20 Jahren in dieser Filiale, die durch ihre Innenstadtlage und den Busbahnhof sicher eine der frequentiertesten in ganz Fulda ist. Auch wenn jeden Mittag nach Schulschluss ganze Schülerhorden hier einfallen wie hungrige Heuschrecken und für Limo, Kaugummi und Süßigkeiten an den beiden Kassen Schlange stehen, bleibt sie gelassen, zugewandt und freundlich.



Die junggebliebene 62-Jährige hat in den zwei Jahrzehnten nie einen Grund gesehen, ihre Stelle zu wechseln, auch wenn sie in Eichenzell wohnt und erfahrene Verkaufskräfte wie sie immer gesucht werden. "Wir sind hier einfach ein gutes und aufeinander eingespieltes Team, das funktioniert nahezu reibungslos", sagt sie. Das ist ihr mehr wert als ein neuer Job mit mehr Gehalt. Zum guten Betriebsklima trägt maßgeblich auch ihr Chef Dirk Fischer bei, der als ein Mann unter vielen Frauen offenbar weiß, wie man die Belegschaft bei Laune hält. Größere Fluktuationen beim Personal gab und gibt es seit Jahren nicht - und selbstverständlich bildet dieser Betrieb auch jedes Jahr den Nachwuchs aus. "Er ist ein sozialer Chef und hat immer ein offenes Ohr für seine Angestellten", sagt sie.

Ihren Beruf als Verkäuferin hat Michaela Ruppel von der Pike auf gelernt – und zwar beim alten Kaufhaus Sieling. Nachdem sie geheiratet und ihr erstes Kind bekommen hatte, fing sie bei der Bäckerei Riesinger in Bronnzell an, später die Bäckerei Michel in Eichenzell. "Dirk Fischer kannte ich privat, wir waren beide in einem Rollerclub", erzählt sie. Als er die Tegut-Filiale in Eichenzell übernahm, fing sie dort als Verkäuferin an. Dann wurde der Rhönhof gebaut und dort eine größere Tegut-Filiale eingerichtet. Dafür wurde die bisherige geschlossen. Gemeinsam mit ihrem Chef wechselte sie daraufhin nach Fulda in den Laden am Busbahnhof. "Die ersten Wochen waren schwierig", erinnert sie sich. "Das war hier ein völlig anderes Publikum als das in Eichenzell." Gerade um die Mittagszeit ist hier immer sehr viel los. Die Leute kommen aus den Stadtbussen und die Mitarbeiter im Stadtschloss holen sich auch was zum Essen, es geht oft hektisch zu. "Aber das ist kein Problem für mich, ich mag Stress und wenn es richtig rund geht", sagt die immer gelassene Michaele Ruppel.

Auch daheim geht der Trubel weiter, denn einerseits kümmert sie sich um ihren 96-jährigen Vater und zusätzlich, so oft es geht, um ihre fünf Enkelkinder. "Meine Tochter hat auf unserem Grundstück gebaut und auch mein Sohn wohnt hier, es geht also auch hier rund."

Den Niedergang und Verkauf von Tegut und die wirtschaftliche Entwicklung in der ganzen Region beobachtet die 62-Jährige mit Sorge. "So viele alteingesessene Firmen mussten in den letzten Jahren schließen, das kann einem richtig Angst machen." So hofft sie, dass die gut gehende Filiale in absehbarer Zeit von einer anderen Lebensmittelkette übernommen wird - und die gut aufeinander eingespielte Belegschaft weiter hier zusammenbleiben kann. Und als Optimistin fügt sie hinzu: "Die sollen sogar besser bezahlen!" Wir drücken fest die Daumen. (Carla Ihle-Becker) +++

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