Ein Ort voller Heimat
185 Jahre Kinderlachen und Geborgenheit: Stockhausen feiert sein "Storchnest"
Fotos: Susann Franke
20.06.2026 / HERBSTEIN -
Als die Kinder mit strahlenden Augen "Wir feiern heute ein Fest" anstimmten, wurde schnell klar: Dieses Jubiläum war weit mehr als nur ein Datum im Kalender. Es stand für 185 Jahre Kinderlachen, für unzählige Familiengeschichten und für einen Ort, der für viele Menschen in Herbstein-Stockhausen (Vogelsbergkreis) ein Stück Heimat bedeutet.
Gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Kirche, Politik, Gemeinde und Dorfgesellschaft feierte die Evangelische Kindertagesstätte Stockhausen ihr 185-jähriges Bestehen. Damit gehört sie zu den ältesten Kindertageseinrichtungen Hessens.
Kindergarten mit großer Bedeutung für den Ort
Die Geschichte des Kindergartens begann im Jahr 1841. Damals gründete Dorothea Riedesel die "Kinderbewahranstalt" mit dem Ziel, Familien zu unterstützen und Kindern einen geschützten Ort zum Wachsen, Lernen und Leben zu schenken. Was mit einer mutigen Idee begann, prägt bis heute das Leben vieler Familien in Stockhausen. "185 Jahre sind eine lange Zeit voller Kinderlachen, voller Spiel und Lebensfreude", predigte Pfarrer Daniel Meyer während des Festgottesdienstes. Gleichzeitig wurde deutlich: Die Einrichtung lebt nicht von ihrer Geschichte allein. Sie entwickelt sich stetig weiter und bleibt dabei ihren Wurzeln treu.Passend zur Jahreslosung "Siehe, ich mache alles neu" wartete das Jubiläum mit einer besonderen Überraschung auf. Kita-Leiterin Anneli Jäger verkündete den neuen Namen der Einrichtung: Aus dem Evangelischen Kindergarten Stockhausen wird das "Storchnest". Der Name ist eng mit dem Ort verbunden. Seit Jahren kehren Störche nach Stockhausen zurück und ziehen hier ihren Nachwuchs groß. Das Storchnest steht damit symbolisch für das, was die Einrichtung seit Generationen ausmacht: Schutz, Geborgenheit, Wachstum und den Mut, die eigenen Flügel auszubreiten. "Wie in einem sicheren Nest werden die Kinder hier begleitet, bis sie bereit sind, ihren eigenen Weg zu gehen", erläuterte Jäger.
"Storchennest" soll weiterhin besonders für die Kinder bleiben
Immer wieder wurde während der Feier deutlich, wie eng der Kindergarten mit dem Dorf verbunden ist. Viele Gäste erinnerten sich an ihre eigene Kindergartenzeit oder an ihre Kinder und Enkel, die hier groß geworden sind. Zahlreiche Grußworte würdigten das Engagement der Mitarbeitenden, der Kirchengemeinde, der Eltern und aller Unterstützerinnen und Unterstützer, die die Einrichtung über Jahrzehnte getragen haben. Nach dem Gottesdienst verlagerte sich das Jubiläum auf das Gelände des Kindergartens. Dort wartete ein fröhliches Familienfest mit Kinderschminken, Dosenwerfen, Ponyreiten und vielen weiteren Spiel- und Mitmachangeboten. Überall wurde gelacht, gespielt und gefeiert. Ganz so, wie es zu einem Geburtstag gehört.