Krise im Persischen Golf

Droht ein Einsatz im Nahen Osten? Marineschiff "Fulda" steht bereit

Das Minenjagdboot "Fulda" könnte schon bald an einer internationalen Mission in der Straße von Hormus teilnehmen.
Archivfotos: Rene Kunze

17.06.2026 / FULDA - Die internationale Lage im Nahen Osten könnte schon in den kommenden Tagen Auswirkungen auf die deutsche Marine haben. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" bereiten das Auswärtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium derzeit einen Mandatstext vor, der einen Einsatz deutscher Marineschiffe in der Straße von Hormus ermöglichen soll. Im Mittelpunkt steht dabei auch das Minenjagdboot "Fulda", das derzeit gemeinsam mit dem Versorgungsschiff "Mosel" im östlichen Mittelmeer unterwegs ist.



Nach Angaben des Verteidigungsministeriums könnten beide Schiffe das mögliche Einsatzgebiet innerhalb von sieben bis zehn Tagen erreichen. Geplant ist eine Beteiligung an einer von Frankreich und Großbritannien geführten Mission. Ziel wäre nach aktuellem Stand ausschließlich die Minenräumung in der strategisch wichtigen Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Die Operation soll defensiven Charakter haben und zur Sicherheit der internationalen Schifffahrt beitragen.

Bundesregierung hat noch keine Entscheidung getroffen

Ob es tatsächlich zu einem Einsatz kommt, ist allerdings noch offen. Zunächst müsste das Bundeskabinett zustimmen, anschließend wäre auch die Zustimmung des Bundestages erforderlich. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) machte nach dem G7-Gipfel deutlich, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. "Aber wir haben noch keine Entscheidung getroffen, weder in der Bundesregierung noch im Parlament. Wir müssen die Rechtsgrundlage klären", sagte Merz.

Hintergrund der Überlegungen sind diplomatische Bemühungen zur Stabilisierung der Region. Für den kommenden Freitag sind Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Genf geplant. Eine Vereinbarung zur Beendigung der Kampfhandlungen gilt als wichtige Voraussetzung für eine internationale Sicherungsmission.

Außenminister mahnt zur Zurückhaltung

Auch Außenminister Johann Wadephul mahnt zur Vorsicht. "Ist von allen Seiten gewollt, dass wir diese Minen räumen?", erklärte der CDU-Politiker. Diese Frage müsse vor einer Entscheidung eindeutig beantwortet werden.

Die Bundesregierung prüft derzeit die rechtlichen Voraussetzungen für eine Beteiligung. Als mögliche Grundlage wird eine Resolution der Vereinten Nationen herangezogen, die Staaten das Recht zuspricht, ihre Schiffe gegen Angriffe und Provokationen zu verteidigen.

Für die Stadt Fulda hätte ein möglicher Einsatz eine besondere Bedeutung: Mit dem Minenjagdboot "Fulda" könnte ein Marineschiff, das den Namen der osthessischen Stadt trägt, schon in wenigen Tagen Teil eines internationalen Einsatzes in einer der sensibelsten Regionen der Welt werden. (Constantin von Butler) +++

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