Jetzt neu Hüftarthroskopie
Orthopädie erweitert das Diagnostik- und Behandlungsspektrum
Archivbild: O|N / Carina Jirsch
16.06.2026 / BAD HERSFELD -
Die Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am Klinikum Bad Hersfeld erweitert ihr medizinisches Leistungsspektrum um die moderne Hüftgelenksendoskopie beziehungsweise Hüftarthroskopie. Mit dem minimalinvasiven Verfahren können Erkrankungen und Verletzungen des Hüftgelenks besonders schonend diagnostiziert und behandelt werden - häufig mit deutlichen Vorteilen für die Patientinnen und Patienten.
Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Behandlung des sogenannten femoroacetabulären Impingements (FAI), einer häufigen Ursache für Hüftschmerzen insbesondere bei aktiven und jüngeren Menschen. Dabei kommt es zu einem mechanischen Konflikt zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne, der langfristig Schäden an Knorpel und Gelenklippe verursachen kann und als möglicher Risikofaktor für eine spätere Arthrose gilt. Die Hüftgelenksarthroskopie erfolgt über wenige millimetergroße Zugänge in sogenannter Schlüssellochtechnik.
Ziel ist nicht allein die Schmerzreduktion
Für die Patientinnen und Patienten ergeben sich daraus mehrere Vorteile: Die Eingriffe gelten als besonders schonend, die Narben bleiben klein und das Risiko für Wundheilungsstörungen oder Infektionen ist reduziert. Zudem profitieren viele Betroffene von einer schnelleren Mobilisation und einer rascheren Rückkehr in Alltag, Beruf und sportliche Aktivität. Ein weiterer wesentlicher Nutzen liegt in der Möglichkeit des gelenkerhaltenden Therapiekonzeptes. Ziel der Behandlung ist nicht allein die Schmerzreduktion, sondern möglichst auch die Verlangsamung oder Verhinderung eines fortschreitenden Gelenkverschleißes. Gerade bei frühzeitiger Diagnosestellung kann die Hüftarthroskopie helfen, die natürliche Hüfte langfristig zu erhalten und einen späteren Gelenkersatz hinauszuzögern.Stärkung des Standorts
Dr. Dworschak erlernte die Hüftarthroskopie am Universitätsklinikum Marburg, wo er zuletzt neben der Endoprothetik auch für dieses Verfahren verantwortlich war. Mit der Erweiterung des orthopädischen Spektrums stärkt die Klinik ihre Möglichkeiten einer modernen, differenzierten und möglichst gelenkerhaltenden Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Hüftgelenks.Auch über die Einführung der Hüftarthroskopie hinaus kann die Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie weitere wichtige Entwicklungen verzeichnen: So wurde das Endoprothetikzentrum für Hüfte und Knie im Rahmen eines Überwachungsaudits erstmals nach dem Umzug an den Standort des Klinikums Bad Hersfeld erfolgreich rezertifiziert und darf das anerkannte Qualitätssiegel weiterhin führen. Damit wird bestätigt, dass die hohen Anforderungen an Behandlungsqualität, Patientensicherheit und interdisziplinäre Zusammenarbeit auch am neuen Standort erfüllt werden. Darüber hinaus erhielt Chefarzt Dr. Philipp Dworschak jüngst die Weiterbildungsermächtigung für die Zusatzbezeichnung "Spezielle Orthopädische Chirurgie". Künftig können Ärztinnen und Ärzte damit einen wesentlichen Teil ihrer spezialisierten Weiterbildung in diesem Schwerpunkt direkt am Klinikum absolvieren. Dies stärkt die Attraktivität des Standortes für die ärztliche Nachwuchsförderung und unterstreicht die fachliche Expertise der Klinik. (pm/mmb) +++
Fotos: Klinikum Bad Hersfeld