75 Jahre Feuerwehr Mottgers
Eine besondere Zeremonie: Jubiläum mit großem Zapfenstreich
Das Feuerwehrjubiläum wurde mit einem großen Zapfenstreich gefeiert.
Fotos: Walter Dörr
16.06.2026 / SINNTAL -
Bei den Landsknechten anno dazumal war es schon so, dass man nur bis zu einer bestimmten Abendstunde in den Gasthäusern feiern konnte, um pünktlich in der Kaserne zurück zu sein. Trommler oder Pfeifen klapperten damals die Gasthäuser ab und ein Offizier schlug jeweils mit seinem Stock auf den Zapfen des Fasses. Das bedeutete, dass der Wirt den Soldaten nichts mehr ausschenken durfte. Der "Zapfenstreich" wird daher abgeleitet.
Beim 75-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Mottgers (Main-Kinzig-Kreis) wurden den zahlreichen Gästen zwar nicht der Zapfhahn abgedreht, aber zum Ende des gelungenen Vierfach-Festes (44. Gemeindefeuerwehrtag, 75 Jahre Feuerwehr Mottgers, 20 Jahre Kinderfeuerwehr Mottgers, 20 Jahre Voraushelfer der Feuerwehren Sinntals) gab es den emotionalen Musikgenuss: den Großen Zapfenstreich.
Das Blasorchester des Musikvereins 1924 Weiperz unter Leitung von Michael Gärtner übernahm eindrucksvoll den musikalischen Part. Zur Einstimmung der Gäste erläuterte der stellvertretende Mottgerser Wehrführer Moritz Schüßler, was es mit dem Großen Zapfenstreich – eigentlich eine Militärzeremonie - auf sich hat.
Wehrführer Michael Eiring formierte vor dem Festzelt rund fünfzig Sinntaler Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen in Dienstkleidung, mit gelben Helmen und mit brennenden Fackeln. Im Gleichschritt marschierte man dann in das vollbesetzte, total verdunkelte Festzelt ein. Vor der Bühne und entlang der Seitenwände stellten sich die Wehrleute auf. Wehrführer Eiring meldete Sinntals Bürgermeister und Schirmherrn des Jubiläums, Thomas Henfling, der vor der Bühne auf einem Podest stand, dass der Musikverein 1924 Weiperz und die Feuerwehrleute ihm zu Ehren zum großen Zapfenstreich angetreten sind.
Die Weiperzer Musikerinnen und Musiker spielten auf der Bühne Stücke, die einst vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. angeordnet worden waren, wie den York´schen Marsch, Präsentationsmarsch, Preußens Gloria und natürlich die deutsche Nationalhymne zum Schluss. (Walter Dörr) +++