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Was für eine Geburtstagsparty!

Ein Ort, der Geschichten schreibt: 20 Jahre Jugendherberge

Jubiläum bei der Jugendherberge in Bad Hersfeld.
Fotos: Jürgen Böthig

20.06.2026 / BAD HERSFELD - Blauer Himmel wie bestellt, strahlender Sonnenschein und ein Lachen, das über das gesamte Gelände hallt: Die Jugendherberge Bad Hersfeld feierte ihren 20. Geburtstag. Es war kein steifer Festakt, sondern eine Geburtstagsparty, wie sie im Buche steht. Voller Leben, Magie und Begegnungen zwischen den Generationen. Wer an Jugendherbergen denkt, hat vielleicht noch das Bild von muffigen Schlafsälen, kratzigen Wolldecken und Hagebuttentee im Kopf. Doch wer das Gelände der Bad Hersfelder Jugendherberge betrat, merkte sofort: Dieses Image ist längst Geschichte.



Seit zwei Jahrzehnten ist das Haus ein lebendiger Ort der Begegnung. Herbergsvater Sascha Forderung und sein Team bewiesen eindrucksvoll, dass sie wissen, wie feiert wird. Ohne viel Tamtam, dafür mit unerschöpflicher guter Gratulanten und ein Hauch Theaterluft Weit mehr als tausend Besucher strömten über den Tag verteilt auf das Gelände, um "ihrer" Jugendherberge zu gratulieren. Unter den Gästen mischte sich ein echtes Who is Who des öffentlichen Lebens. Neben Bürgermeisterin Anke Hofmann, der Landtagsabgeordneten Kaya Kinkel und Landrat Torsten Warneke war auch der DJH-Landesverband Hessen mit großem Bahnhof vertreten. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Becker, sein Stellvertreter Knut Stolle und die Aufsichtsratsvorsitzende Marjana Schott ließen es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren.



Da die Festspielstadt Bad Hersfeld feierte, durfte auch die Kultur nicht fehlen. Mitglieder des aktuellen Festspiel-Ensembles gaben zunächst einen exklusiven, umjubelten Vorgeschmack auf das Musical "Something Rotten!" für die kommende Theater-Saison. Für den absoluten Herzensmoment sorgte jedoch Laura Dittmann: Als "Pippi Langstrumpf" aus der gleichnamigen Produktion eroberte sie das Publikum im Sturm. Ob staunende Dreijährige oder Großeltern, die in Erinnerungen schwelgten. Pippis ungezwungene Energie steckte einfach jeden an.

Bogen- und Henna-Zauber

Auf dem Gelände herrschte von früh bis spät ein buntes Gewusel. Das Kinderprogramm bot Unterhaltung auf höchstem Niveau. Während sich die Jüngsten auf der Hüpfburg austobten, führte der Erlebnis- und Umweltpädagoge Birger Hannappel Klein und Groß in die meditative Kunst des Bogenschießens ein. Ein absoluter Publikumsmagnet waren die Kreativstationen: Vor den Tischen von Hasibe (ScHÖnesbeiHasibe) bildeten sich schnell lange, geduldige Warteschlangen. Bei ihr entstanden wunderschöne Henna-Tattoos und funkelnde Perlenarmbänder, während Aylin Simon beim Kinderschminken die Gesichter in bunte Fabelwesen verwandelte. Das Warten lohnte sich. Das bewiesen unzählige strahlende Kinderaugen, die stolz ihre Kunstwerke präsentierten.

Mitmachaktionen gab es zudem an den Infoständen des DJH, des NVV und des wortreichs (Wissens- und Erlebniswelt für Sprache und Kommunikation). Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt: Kulinarische Leckereien von Bücking Catering, kühle Erfrischungen vom Irish-Pub Unique und herrlich duftende, selbstgebackene Crêpes aus der herbergseigenen Crêpière ließen keine Wünsche offen.

Epizentrum des Lachens

Am Nachmittag wurde es magisch und turbulent. Magier Burkhard Hase brachte die Gäste zum Staunen und entführte sie mit seinen kleinen und großen Wundern gekonnt aus dem Alltag. Direkt im Anschluss strapazierte das international bekannte Vater-Sohn-Duo "Hacki & Möppi" die Lachmuskeln der Zuschauer. Als Botschafter des Lachens haben die beiden Chaos-Clowns im Gentleman-Outfit schon den gesamten Globus bereist. Ihre "Comedy im Soulgarten" war die perfekte Symbiose aus Humor, Zauberei und Körperkunst. Sie bewiesen: Humor braucht jedes Kind und gesund ist er im Alter erst recht.



Als die Sonne langsam tiefer sank, dachte hier noch lange niemand ans Nachhausegehen. Wer am Ende dieses ereignisreichen Tages noch nicht genug hatte, blieb einfach sitzen und das mit gutem Grund. In den frühen Abendstunden übernahm die Kasseler Band "Soul to Soul" die Bühne. Angeführt von dem begnadeten Gitarristen Thomas "Stolle" Stolkmann verpassten die Musiker dem Jubiläum den nötigen Groove. Spätestens jetzt hielt es niemanden mehr auf den Stühlen. Es wurde getanzt, gelacht und gefeiert. Ein rundum gelungener Geburtstag für ein Haus, das in den letzten 20 Jahren so viel mehr geworden ist als nur eine Unterkunft. Es ist ein Ort voller Seele, Herzlichkeit und unvergesslicher Momente. Auf die nächsten 20 Jahre! (Jürgen Böthig) +++

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