"Ursachen für Unterschiede sind vielfältig"
Hessen im Check: Wo sind die Menschen am längsten krankgeschrieben?
Symbolfotos: pixabay
16.06.2026 / REGION -
Seien es Infekte, die Grippe oder psychische Belastungen - Krankheiten können immer auftauchen. Und meist ist klar: Wer krank ist, sollte sich schonen und zu Hause bleiben. Der nächste Schritt ist dann eine Krankschreibung. Das ist jedoch einigen Menschen ein Dorn im Auge. Bundeskanzler Friedrich Merz etwa vertritt die Ansicht, Deutschland habe einen zu hohen Krankenstand. Doch trifft das auf unser Bundesland Hessen wirklich zu?
Seit Jahren steigen die Fehltage - und 2025 zeigt sich erneut: Viele Beschäftigte fallen länger aus als früher. Nach einer aktuellen Auswertung der DAK‑Gesundheit waren Beschäftigte in Hessen im Jahr 2025 im Durchschnitt 20,4 Tage krank. Der Krankenstand lag damit bei 5,6 Prozent - genauso hoch wie im Jahr davor.
Am häufigsten fehlten die Menschen wegen Erkältungen und anderen Atemwegserkrankungen. Diese sorgten für 431 Fehltage pro 100 Versicherte. Auf Platz zwei stehen psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen. Sie verursachten 383 Fehltage pro 100 Versicherte - rund zehn Prozent mehr als 2024. Rücken- und Gelenkprobleme blieben ebenfalls ein großes Thema und führten zu 348 Fehltagen pro 100 Versicherten. "Es ist jetzt notwendig, eine fundierte Ursachenforschung voranzutreiben und neue Lösungswege zu entwickeln. Dafür müssen alle relevanten Akteure - Arbeitgeber, Gewerkschaften, Ärzteschaft und Krankenkassen - zusammenarbeiten", heißt es von DAK-Landeschefin Britta Dalhoff in einem Presseschreiben. Auch die AOK Hessen meldete für 2024 historische Höchststände. Zwischen Januar und August kamen allein wegen psychischer Erkrankungen 406 Fehltage pro 100 Beschäftigte zusammen – so viele wie noch nie.
Landkreis Fulda hat in unserer Region die wenigsten Fehltage
Trotzdem gibt es auch in Hessen Unterschiede innerhalb der Landkreise. Das erkennt man vor allem an den Daten des Barmer Gesundheitsreports 2026, der der hessenschau exklusiv vorliegt. Während im Hochtaunuskreis und in Darmstadt Beschäftigte maximal 18 Tage fehlen, sieht es im Werra-Meißner-Kreis ganz anders aus. Hier lagen die Fehltage 2025 bei knapp 26 Tagen pro Person. Auch wenn Bundeskanzler Merz von einem "zu hohen Krankenstand" in Deutschland spricht, zeigen die Zahlen: Hessen liegt im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld - mit regionalen Ausreißern nach oben und unten. Warum manche Regionen stärker betroffen sind, lässt sich aber nicht eindeutig erklären. Sicher ist jedoch: Gesundheit am Arbeitsplatz bleibt ein zentrales Thema, damit Beschäftigte langfristig leistungsfähig und gut geschützt bleiben. (mis) +++