Lassen sich so Milliarden sparen?
Braucht es überhaupt noch Apotheken? KV Hessen mit radikalem Sparvorschlag
Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen hat einen radikalen Sparvorschlag.
Archivbild: O|N
09.06.2026 / FRANKFURT AM MAIN -
Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV Hessen) hat sich mit einem radikalen Vorschlag in die Diskussionen rund um die Neuordnung der Gesundheitsversorgung in Deutschland eingeschaltet. Und stellt dabei die alles andere als rhetorische Frage, wozu es in Zukunft noch Apotheken braucht?
Die Vorstandsvorsitzenden Frank Dastych und Armin Beck erklärten in Frankfurt, man müsse angesichts der aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen "bereit sein, auch ungewöhnliche Ansätze zu denken". Statt – wie von der Apothekervertretung ABDA und Teilen der Politik vorgeschlagen – Apotheken zu "Arztpraxen light" auszubauen, stelle sich aus ihrer Sicht eine grundsätzliche Frage: Warum fließe so viel Geld in Strukturen, in denen zu rund 95 Prozent lediglich Fertigarzneimittel abgegeben würden.
Wie könnte die Zukunft nach Ansicht der kassenärztlichen Vereinigung aussehen?
Eine pharmazeutische Dienstleistung im ursprünglichen Sinne findet nach Ansicht der Vorstandsvorsitzenden in den Apotheken kaum noch statt. Zudem finanzierten sich viele Apotheken zunehmend über den Verkauf von Zusatzprodukten wie Süßwaren oder Kosmetik. "Da stellt sich die Frage, welche Rolle solche Apotheken künftig überhaupt noch spielen sollen", so Dastych und Beck.
An dieser Stelle läge ein Milliardensparpotential. Man könne beispielsweise in Drogeriemärkten Abgabestellen einrichten. Eine entsprechende Schulung des Personals könne die KV Hessen hierfür auch sicherstellen. Auch wird nach Ansicht der Kassenärztlichen Vereinigung der Onlineversandhandel immer wichtiger. Und über die längst überfällige Möglichkeit für Ärztinnen und Ärzte, Medikamente abzugeben (Dispensierrecht), ließe sich eine durchgehende und flächendeckende Arzneimittelversorgung organisieren und gleichzeitig sehr viel Geld einsparen.
Natürlich ließe sich so auch der Praxis- bzw. Sprechstundenbedarf und der Bezug von Impfstoffen organisieren. Für die Versorgung der restlichen Bevölkerung sollte pro 250.000 Einwohner eine Regionalapotheke mit einem 24/7-Fahrdienst ausreichen, die man idealerweise in der Nähe eine zukünftigen Integrierten Notfallzentrums (INZ) einrichten könnte, schlug die KV Hessen abschließend vor. (pg/pm) +++
Bei diversen Protesten versammelten sich Apotheker, um sich für die Erhaltung der Apotheken vor Ort einzusetzen.
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Insbesondere hinsichtlich des Spar-Aspekts sehen viele Apotheker die aktuellen Entwicklungen kritisch.
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