Regierungspräsident überreicht Auszeichnung

Zwischen Natur und Wanderwegen: Gemeinde ist jetzt offizieller Tourismusort

Am Dienstagvormittag kamen verschiedenste Persönlichkeiten in "krenzers rhön" in Ehrenberg-Seiferts zusammen, um das besondere Prädikat als Tourismusort in Empfang zu nehmen.
Fotos: Mia Schmitt

10.06.2026 / EHRENBERG (RHÖN) - Zwischen dem Selfie-Point "Herz der Rhön", der beliebten Extrawandertour "Der Ehrenberger", der weiten Natur und dem idyllischen Freibad, das an warmen Sommertagen Gäste aus der ganzen Region anzieht, hat die Gemeinde Ehrenberg (Landkreis Fulda) längst ihren festen Platz auf der touristischen Landkarte gefunden. Seit Dienstag darf sich die Rhön-Gemeinde "Tourismusort" nennen - und das mit allen fünf Ortsteilen Wüstensachsen, Seiferts, Reulbach, Thaiden und Melperts.



Am Dienstagvormittag kamen verschiedenste Persönlichkeiten in "krenzers rhön" im Ortsteil Seiferts zusammen, um dieses besondere Prädikat in Empfang zu nehmen. So überreichte Regierungspräsident Mark Weinmeister diese Auszeichnung an den Ehrenberger Bürgermeister Peter Kirchner. "Unsere Gemeinde zeichnet sich durch den Tourismus aus, das ist ein wichtiges Standbein. Dadurch kann die Infrastruktur erhalten bleiben, das heißt, die Gäste nutzen auch unsere Angebote", schilderte Kirchner gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

"Das ist für uns ein Prädikat, mit dem man werben kann"

Horst Wenzel, Geschäftsführer Hessischer Fachausschuss für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte des Regierungspräsidiums Kassel, erklärte das genaue Verfahren, um als Tourismusort ausgezeichnet zu werden: "Der Ortsteil Wüstensachsen hatte früher das Prädikat 'Luftkurort' erworben. Für die seit 2017 eingeführte Auszeichnung als Tourismusort hat der Ort das vorherige Prädikat abgeben müssen. Jetzt darf sich die gesamte Gemeinde als Tourismusort bezeichnen. Voraussetzung hierbei ist vor allem doppelt so viele Übernachtungen wie Einwohner. Diese Bedingung muss erfüllt werden - und dann eins der drei folgenden: landwirtschaftlich begünstigte Lage, überregional bekannte Einrichtungen oder Wanderwege." So gehört Ehrenberg nun zu den 38 Tourismusorten in Hessen.

"Letztes Jahr war Herr Wenzel schon vor Ort und wir haben uns gemeinsam unsere schöne Natur und Infrastruktur angeschaut", so Kerstin Seegräber von der Tourist-Information. Für die gesamte Rhön-Gemeinde ist das ein entscheidender Schritt, so sagte Anne Biendara, ebenfalls von der Tourist-Information: "Wir wissen jetzt, dass wir eine besonders gute Infrastruktur haben. Unsere Natur ist wunderschön und wir haben die gewünschte Anzahl an Übernachtungen. Das ist für uns ein Prädikat, mit dem man werben kann."

Rhön als Tourismusmagnet

Auch Bürgermeister Kirchner freute sich über diese Auszeichnung. "Uns zeichnet einiges aus - darunter unsere Natur, die Wanderwege, die Extratour 'der Ehrenberger', unser Freibad und auch der Selfie-Point. Die jährlichen 40.000 Übernachtungen und auch die Tagesgäste helfen unseren Einrichtungen und Geschäften. Aktuell sind wir auch in konkreten Verhandlungen zu unserem Tegut-Markt, damit die Lebensmittelversorgung auch nach der Schließung gewährleistet wird."

Regierungspräsident Weinmeister war 2014 selbst in Wüstensachsen zum Wandern und blickte glücklich auf seine Rückkehr: "Die Rhön ist allgemein ein Tourismusmagnet. Damit das aber auch funktioniert, ist Engagement gefragt - und das ist hier auf jeden Fall erlebbar. Ich freue mich sehr, dass ich zum ersten Mal für die gesamte Gemeinde hier sein darf, und ich hoffe, all die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger gehen in Erfüllung." Im gleichen Zuge verabschiedete er den Geschäftsführer Hessischer Fachausschuss für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte - nach etwa 30 Jahren beim Regierungspräsidium Kassel - in seinen wohlverdienten Ruhestand. Auch Kirchner richtete abschließende Worte an Wenzel: "Für Sie bleibt Ehrenberg immer ein willkommenes Ziel - die Extratour von zwölf Kilometern wartet bereits."

Mit der Verleihung des Prädikats "Tourismusort" schlägt Ehrenberg ein neues Kapitel auf - eines, das die Stärken der Rhön-Gemeinde sichtbar macht und zugleich den Weg für kommende Projekte ebnet. Eine Auszeichnung, die nicht nur die Schönheit der Region würdigt, sondern auch das Engagement der Menschen, die sie lebendig halten. (mis) +++

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