Flüchtlinge werden verteilt
Weniger Geflüchtete im Vogelsbergkreis: Notunterkunft wird geschlossen
Symbolfoto: O|N
09.06.2026 / ALSFELD -
Für den Standort Alsfeld (Vogelsbergkreis) steht eine bedeutende Veränderung bevor: Die hessische Landesregierung wird die dortige Notunterkunft an der Hessenhalle für Geflüchtete zum 30. September 2026 schließen. Hintergrund sind deutlich gesunkene Zugangszahlen von Asylsuchenden und die daraus resultierende Anpassung der Kapazitäten in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (EAEH).
Sozial- und Integrationsministerin Heike Hofmann kündigte am Montag in Wiesbaden an, dass neben der Notunterkunft in Alsfeld auch der EAEH-Standort in Bad Arolsen (Waldeck-Frankenberg) aufgegeben wird. Während die Einrichtung in Alsfeld Ende September schließen soll, ist für Bad Arolsen das Jahresende vorgesehen.
Zahl der Asylsuchenden geht deutlich zurück
Die Entscheidung begründet das Land mit der Entwicklung der vergangenen Jahre. Sowohl bundesweit als auch in Hessen seien die Zahlen der ankommenden Asylsuchenden deutlich zurückgegangen. Nach rund 307.000 registrierten Asylsuchenden im Jahr 2023 und etwa 200.000 im Jahr 2024 wurden im vergangenen Jahr bundesweit nur noch rund 100.000 Menschen erfasst. Seit Beginn des laufenden Jahres wurden nach Angaben des Landes bis Anfang Juni rund 32.700 Asylsuchende registriert. Einsparungen von 50 Millionen Euro
Mit Blick auf die künftige Entwicklung sieht die Landesregierung deshalb Spielraum für Einsparungen. "Das aktuelle Flucht- und Ankunftsgeschehen ermöglicht uns, die EAEH-Kapazitäten anzupassen und dadurch auch mit Blick auf die Haushaltslage notwendige Einsparungen vorzunehmen", sagte Hofmann.Nach Angaben des Ministeriums sollen die Bewohner der Einrichtungen, die geschlossen werden, auf andere Standorte verteilt werden. Darüber hinaus sollen an mehreren Standorten als Unterkünfte genutzte Leichtbauhallen nach und nach zurückgebaut werden. Die Anpassungen stehen auch im Zusammenhang mit den Haushaltsplanungen des Landes. Für das Jahr 2027 sind im Bereich Asyl Einsparungen von insgesamt 50 Millionen Euro vorgesehen. Allein 35 Millionen Euro sollen dabei im Bereich der Erstaufnahmeeinrichtungen erzielt werden.
Für Alsfeld bedeutet die Entscheidung, dass die seit Jahren genutzte Notunterkunft in wenigen Monaten ihren Betrieb einstellen wird. Damit endet ein Kapitel, das insbesondere in Zeiten hoher Flüchtlingszahlen eine wichtige Rolle bei der Unterbringung von Geflüchteten in Hessen gespielt hat. (pm/cb) +++