Freudiges Wiedersehen

Rund 20 "Ex-Pfadis" auf emotionaler Spurensuche in die eigene Jugend

Das Veteranentreffen der CP Siedlung Wartenberg war voller Überraschungen.
Foto: Christlichen Pfadfinderschaft (CP)

09.06.2026 / LAUTERBACH - Das Lagerfeuer ist vielleicht schon lange erloschen, doch die Gemeinschaft brennt weiter: Rund 20 ehemalige Mitglieder der Christlichen Pfadfinderschaft (CP) Siedlung Wartenberg (Vogelsbergkreis) kamen am Wochenende zu einem ganz besonderen Wiedersehen zusammen. Die "Ex-Pfadis" der Geburtsjahrgänge 1950 bis 1960, begaben sich auf eine emotionale Spurensuche in die eigene Jugend. Es war ein Tag ganz im Zeichen unvergesslicher Erinnerungen, handfester Pfadfinder-Fähigkeiten und tiefer Verbundenheit.



Der Startschuss für das Treffen fiel in Lauterbach im evangelischen Gemeindehaus, ein Ort, der den perfekten Rahmen für das erste freudige Wiedersehen bot. Wolfgang Kniepert, der mit Hubertus Riedesel und Herbert Euler das Treffen organisiert hatte, wies in seinen einleitenden Worten auf die Geschichte der internationalen Pfadfinderbewegung hin. 1907 hatte Lord Baden Powell, ein englischer Offizier und Pädagoge, diese Bewegung begründet, die heute noch mit 57 Millionen Mädchen und Jungen in 170 Ländern aktiv ist. Die Jugendlichen sollten lernen die Natur zu beobachten, sie zu erforschen und mir ihr verantwortungsvoll umzugehen. Notwendige Fähigkeiten, wie Zeltbau, Holzbearbeitung, Kochen und Erste Hilfe um außerhalb der Zivilisation erfolgreich zu überleben, werden gemeinsam geübt. Das sind bis heute die Grundprinzipien der Pfadfinderbewegung.

Hinaus in die Natur

Im Anschluss zog es die junggebliebenen Ex-Pfadis hinaus in die Natur zur Burgruine Wartenberg bei Angersbach. Das historische Gemäuer dienten einst als Namensgeber für die Lauterbacher Pfadfindergruppe und bot nun die ideale Kulisse für den Nachmittag. Nach einer Einführung über die Historie der Burg erwartete dort die Teilnehmer nicht nur eine wohlverdiente Stärkung mit Kaffee und Kuchen, sondern auch eine handfeste Überraschung.

Das Organisationsteam hatte sich eine besondere Herausforderung ausgedacht, die einst gelernte Routinen auf die Probe stellte: In Gruppen aufgeteilt, galt es, ganz nach alter Manier eine traditionelle Kohte aufzubauen. Dass die Handgriffe auch nach Jahrzehnten noch sitzen, wurde dabei eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zudem stimmte jede Gruppe ein traditionelles Pfadfinderlied an, bevor ein freundschaftlicher Wettbewerb im Bogenschießen den aktiven Teil des Ausflugs gekonnt abrundete.

Den stimmungsvollen Abschluss fand das Veteranentreffen schließlich auf der Burg Eisenbach. In der gemütlichen Atmosphäre der dortigen Gastwirtschaft ließen die ehemaligen Lauterbacher Pfadfinder den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen. Das emotionale Highlight folgte direkt im Anschluss: Bei der Präsentation von unzähligen mitgebrachten Fotos und liebevoll digitalisierten Super-8-Filmen aus vergangenen Tagen wurden Erinnerungen an Zeltlager, abenteuerliche Fahrten und die verschiedenen sozialen Projekte aus der Gemeinde wiederbelebt. "Weißt du noch, damals...?" war der wohl am häufigsten gesprochene Satz an diesem Abend. Am Ende waren sich alle einig: Die Werte, die Freundschaften und der Zusammenhalt, den man in der Jugend bei den Pfadfindern erlebt hat, prägen ein Leben lang. (mkr/pm) +++

Das Gemeinschaftsgefühl steht im Vordergrund und Aktivitäten im Freien.
Symbolbild: Franziska Günther

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