50 Einsatzkräfte

Sirenenalarm in Hintersteinau: Feuerwehr probt den Waldbrand-Ernstfall

Sirenen, Rauchsimulation und zahlreiche Einsatzfahrzeuge: In Steinau an der Straße haben rund 50 Einsatzkräfte am Samstag einen groß angelegten Waldbrand-Einsatz geprobt.
Fotos: Andreas Bejm

31.05.2026 / STEINAU/STR. - Gegen 16 Uhr heulten am Samstagnachmittag die Sirenen in mehreren Steinauer Stadtteilen auf. Was zunächst wie ein echter Einsatz im Main-Kinzig-Kreis wirkte, war Teil einer groß angelegten Waldbrandübung bei Hintersteinau. Rund 50 Einsatzkräfte trainierten gemeinsam mit HessenForst und örtlichen Landwirten die Bekämpfung eines angenommenen Vegetationsbrandes unter realitätsnahen Bedingungen.



Das Übungsszenario sah einen Waldbrand mit einer Fläche von rund 5.000 Quadratmetern im Bereich der Windkraftanlagen oberhalb von Hintersteinau vor. Die Einsatzkräfte mussten dabei nicht nur das Feuer bekämpfen, sondern auch die besonderen Herausforderungen des Geländes meistern. Neben Wald- und Wiesenflächen erschwerten vor allem die Höhenunterschiede sowie die zunächst unklare Einsatzstelle die Arbeit der Feuerwehr.

Landwirte einbezogen

Ein Schwerpunkt der Übung lag auf der Sicherstellung der Löschwasserversorgung. Da in abgelegenen Waldgebieten oftmals keine ausreichende Wasserversorgung zur Verfügung steht, wurde ein Pendelverkehr mit wasserführenden Fahrzeugen eingerichtet. Zusätzlich wurde die Wasserförderung über längere Wegstrecken geübt.

Eine wichtige Rolle spielten dabei auch örtliche Landwirte. Mit ihren großen Wasserfässern unterstützten sie die Feuerwehr bei der Wasserversorgung und zeigten eindrucksvoll, wie wichtig die Zusammenarbeit verschiedener Akteure bei Wald- und Vegetationsbränden ist. Gerade in ländlichen Regionen können Landwirte mit ihrer Technik einen wertvollen Beitrag zur Einsatzunterstützung leisten.

Reibungsloses Zusammenspiel als Schlüssel

Ebenfalls in die Übung eingebunden war HessenForst. Revierleiterin Tanja Halfmann stand den Einsatzkräften als Fachberaterin zur Seite. HessenForst unterstützt die Feuerwehren bei Waldbränden unter anderem mit Informationen über Waldwege, Zufahrten, Wendemöglichkeiten und die örtlichen Gegebenheiten. Darüber hinaus helfen die Mitarbeiter dabei, geeignete Einsatzabschnitte festzulegen und die Einsatzleitung mit wichtigen Ortskenntnissen zu unterstützen.

Der von HessenForst betreute Stadtwald Steinau umfasst in diesem Bereich rund 120 Hektar. Geprägt wird er von älteren Buchenbeständen, jüngeren Laubholzflächen sowie Fichtenbeständen. Das eigentliche Übungsgebiet erstreckte sich über etwa sieben bis siebeneinhalb Hektar.

Nach Angaben der Verantwortlichen diente die Übung vor allem dazu, die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Kräften zu verbessern und Abläufe für den Ernstfall zu trainieren. Gerade bei Wald- und Vegetationsbränden sei ein reibungsloses Zusammenspiel von Feuerwehr, HessenForst und weiteren Unterstützern entscheidend.

Einsatzleiter "sehr zufrieden"

Am Ende der Übung zog Christian Dippel, technischer Einsatzleiter der Waldbrandübung, ein positives Fazit: "Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden. Klar, die Anfangsphase war zunächst etwas chaotisch, aber das hat sich recht schnell strukturiert. Die Zusammenarbeit der beteiligten Feuerwehren hat sehr gut funktioniert und genau dafür sind solche Übungen da."

Gleichzeitig berichtete Dippel von einer interessanten Erkenntnis aus der Übung. Um nachrückenden Einsatzkräften die Anfahrt zur Einsatzstelle zu erleichtern, wurden Verkehrsleitkegel mit der Spitze in Fahrtrichtung auf den Wegen abgelegt. Einige Bürger und Spaziergänger gingen jedoch offenbar davon aus, dass die Kegel versehentlich umgefallen waren, und stellten diese wieder auf. Dadurch war die vorgesehene Fahrtrichtung für die Einsatzfahrzeuge zeitweise nicht mehr eindeutig erkennbar. "Genau solche Erfahrungen zeigen, wie wichtig praktische Übungen sind. Solche Situationen kann man im Vorfeld kaum planen, nimmt sie aber als wichtige Erkenntnis für zukünftige Einsätze mit", erklärte Dippel.

Die Übung machte deutlich, wie wichtig regelmäßiges Training und eine gute Vorbereitung sind, um im Ernstfall schnell und effektiv handeln zu können. Angesichts zunehmender Trockenperioden und steigender Waldbrandgefahr gewinnt die Vorbereitung auf solche Einsatzlagen immer mehr an Bedeutung. (Andreas Bejm) +++

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